Algarve-Highlights ab Lagos (1 Woche)

Natürlich reicht eine Woche nicht aus, um alle Schönheiten der Algarve zu erfassen, es ist aber eine gute Zeitspanne, um ein paar der tolle Highlights zu erleben und gleichzeitig zu entspannen.

 

Ausgangspunkt in diesem Artikel ist Lagos, ich habe für euch aber alternativ auch Programme ab Albufeira und Faro zusammengestellt.

 

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Tag 1: Anreise & erste Orientierung

Wenn ihr eine Woche an der Algarve Urlaub machen wollt, ist der Flughafen Faro die beste Wahl. Er ist etwa 85  km von Lagos entfernt. Mit dem Mietwagen oder Shuttlebus seid ihr in etwa einer Stunde an eurem Hotel in Lagos. Je nachdem, wann eurer Flug ging, habt ihr nun noch etwas Zeit, euch frisch zu machen und einen ersten Spaziergang durch die Altstadt von Lagos zu machen. Ansonsten lasst ihr den Abend einfach in einem gemütlichen Restaurant in der Innenstadt ausklingen.

Tag 2: Relaxen an den Stränden von Lagos

Beginnen wir den Urlaub mit etwas Entspannung am Strand. Je nachdem zu welcher Jahreszeit ihr hier seid,  sind verschiedene Strände die erste Wahl. Der August ist die absolute Hochsaison an der Algarve und fast überall ist es gerammelt voll. In diesem Fall empfehle ich euch den Meia Praia - vor allem wenn ihr lange ausschlafen wollt. Dieser 5 km lange, flach abfallende Sandstrand bietet so viel Platz, dass sich die Menschenmassen gut verteilen können. Er befindet sich auf der anderen Seite des Hafens und ist zu Fuß vom Ortskern über eine Brücke zu erreichen. Mit dem Auto fahrt ihr erst ein Stück aus Lagos raus, um zu den Parkplätzen des Meia Praia zu gelangen.

 

Ihr seid zwischen Mai und Juli beziehungsweise September und Oktober in Lagos? Perfekt, denn ihr habt sehr wahrscheinlich bestes Badewetter und die vielen wunderschönen Badebuchten vor Lagos sind deutlich leerer. Jetzt macht es auch richtig Spaß, sich hier zu entspannen, schwimmen zu gehen oder die Grottenlandschaft der Ponta de Piedade zu erschnorcheln. Die schönsten Strände in Lagos sind meiner Meinung nach der Praia Dona Ana und der kleine aber feine Praia Pinhão. Um sie zu erreichen geht ihr einfach von Lagos aus rechts den Berg hoch Richtung Ponta de Piedade. Über Treppen gelangt ihr in die verschiedenen Buchten. Am Abend taucht ihr ein in das quirlige Lagos, trinkt ein Superbock-Bier auf der Barmeile oder einen erfrischenden Vinho Verde.

Tag 3: Ausflug zum St.-Vinzent-Kap (Jacke nicht vergessen!!)

Lagos ist ein prima Ausgangspunkt, um das Cabo de São Vicente individuell mit dem Mietwagen zu erkunden. Etwa 40 km sind es  von Lagos bis zum Leuchtturm an der südwestlichsten Spitze Europas. Habt ihr kein Auto zur Verfügung, könnt ihr den Ausflug auch mit dem Bus machen.Natürlich seid ihr dann an Fahrpläne gebunden und könnt nicht alle Stopps mitmachen. Es lohnt sich aber in jedem Fall!

 

Auf dem Weg zum Kap solltet ihr in Sagres Halt machen (hier hält auch der Bus). Der Surfer-Ort, in dessen Hafenkessel bunte Fischbötchen schaukeln, versprüht einen lässigen Charme, ihr trefft auf alte VW-Bullies und jede Menge relaxter Menschen. Wer mag, kann auch die Fortaleza de Sagres besichtigen. Sehenswert ist in der Festung in erster Linie die gewaltige Sonnenuhr sowie die Aussicht auf die schwarzen Klippen der Westküste einerseits und die gelben Sandsteinfelsen im Osten.

Strand von Sagres

Wenn ihr es nicht eilig habt und erst später am Nachmittag am Kap ankommen wollt, was fototechnisch von Vorteil ist gegenüber der prallen Mittagssonne, dann empfehle ich euch einen Stopp am Praia da Martinhal.

Die Zufahrt zu diesem Traumstrand befindet sich kurz vor der Ortseinfahrt von Sagres. Lasst euch nicht abschrecken vom dem Luxusressort, das dem Strand vorgelagert ist. In Portugal gehören alle Strände der Allgemeinheit und ihr dürft durch die Anlagen laufen, um zum Strand zu gelangen. Es führt aber auch ein Steg daran vorbei zum Wasser. Ich liebe den puderzuckrigen Sand von Martinhal und das flache, meist recht ruhige Meer. Wunderschön sind auch die pastelfarbenen Steine und Felsen auf der linken Seite, während ihr rechts wieder die imposanten schwarzen Klippen der Westküste sehen könnt. In Martinhal lässt es sich gut mehrere Stunden aushalten, wenn der Wind nicht zu stark ist und euch den Sand um die Ohren haut. Sonst hilft nur noch surfen! Stand-up-Paddling-Boards und Kajaks könnt ihr ebenfalls hier ausleihen.

Genug vom Strand? Dann geht es weiter Richtung Westen zum Kap St. Vinzent.

Kurz vorher lohnt es sich noch einmal anzuhalten - und zwar beim Forte do Beliche. Die Ruine, bei der einst ein kleines Hotel gebaut werden sollte, das aufgrund der Absturzgefahr aber geschlossen ist, bietet ebenfalls einen schönen Ausblick. Einfach durch das gemauerte Tor und rauf auf die Felsen! Geht ihr die kleine Treppe rechts hoch und schaut über die Mauer, stockt erst mal der Atem. Hier geht es steil hinunter zu einem kleinen Strand.

 

Wieder zurück im Auto sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel eurer kleinen Tagestour. Da die Landschaft hier etwas karger ist und lediglich ein paar Büsche die Klippen bedecken, könnt ihr den 60 m hohen rot-weißen Leuchtturm schon von Weitem sehen. Da es hier in der Regel ziemlich windig ist, seid ihr selbst im Hochsommer gut beraten, eine leichte Jacke mitzunehmen. Es ist kein Zufall, dass die Stände mit Strickwaren und gefütterten Lammfellschuhen hier das Ganze Jahr über Absatz finden. Zu einem Besuch am Kap gehört außerdem eine Bratwurst. Ja, ihr habt richtig gehört - die "letzte Bratwurst vor Amerika" ist seit Jahrzehnten eine Institution am Kap. Eine leckere Alternative ist in Fett gebackenes und anschließend in Zucker und Zimt gewälztes Gebäck vom Fartura-Stand nebenan. Hier gibt es auch köstliche gefüllte Churros.

Der Leuchtturm am Cabo de São Vicente ist der lichtstärkste Europas. Das Gelände drumherum kann täglich zwischen besichtigt werden. Hier gibt es neben Toiletten auch einen Souvenirshop und ein kleines Museum. Aber auch so ist das Kap ein beeindruckender Ort, denn die umliegenden Felsen und das wilde Meer erscheinen hier so anders als weiter im Osten. Besonders eindrucksvoll sind auch die Sonnenuntergänge am Kap, weshalb es sich lohnt den Ausflug so zu planen, dass ihr den Tag hier beendet und euch erst auf den Rückweg nach Lagos macht, wenn die Sonne in den Ozean geplumpst ist.

Tag 4: Grottenfahrt in Lagos

Nach einem Vormittag am Strand oder langem Ausschlafen, einem leichten Mittagessen und gemütlichem Bummeln über den Pier von Lagos mit seinen Souvenirständen steht nun eine Grottenfahrt an. Empfehlenswert ist hier wieder der Nachmittag. Wer bewaffnet mit Kamera (wasserfeste Hülle nicht vergessen) die besten Fotos während der Fahrt schießen will, dem sei die letzte Tour des Tages ans Herz gelegt, dann dann das Licht am besten ist und die Klippen und Grotten der Ponta de Piedade in warme Goldtöne getaucht sind. Am besten bucht ihr die Tour am Vortag oder am Morgen, um garantiert die von euch gewünschte mitmachen zu können.

 

Am Preiswertesten seid ihr mit dem Fischerbötchen unterwegs (ca. 10 bis 15 Euro). Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Etwa 2 bis 3 Stunden dauern Touren mit größeren Booten, wo meist ein Badestopp inkludiert ist. Für die Besichtigung der Grotten steigt ihr dann in kleinere Boote oder Kajaks um. Letzteres ist in meinen Augen die coolste Art, die Küste bei Sagres zu erkunden. Das Baden im offenen Meer macht Spaß, vor allem mit Blick auf die vollen Buchten. Das Preisniveau ist bei allen Anbietern relativ ähnlich (zw. 20 und 30 Euro pro Person), aber es lohnt sich genau zu checken, was dabei ist. Die Anbieter tummeln sich auf der Küstenpromenade bzw. -straße.

Tag 5: Ausflug nach Silves und ins Monchique-Gebirge

Für diesen Trip bietet sich wieder ein Mietwagen an, denn damit seid ihr in 30 bis 40 Minuten am Ziel. Mit den öffentlichen Verkehrsmittel seid ihr gut eine Stunde unterwegs und der Bahnhof von Silves liegt 2 km außerhalb des Ortes, sodass es von hier noch mal mindestens 30 min zu laufen sind. Da es an der Straße keinen Fußgängerweg gibt, empfehle ich euch ein Taxi von hier.

 

Silves ist eine meiner Lieblingsstädte an der Algarve. Ihr werdet ziemlich schnell sehen warum, denn schon bei der Anfahrt entdeckt ihr die rote Sandsteinburg, die inmitten von weißen Häuschen auf dem Hügel thront. Die Burg könnt ihr besichtigen, zur Mittagszeit gibt es eine kostenlose Führung mit Programm, aber auch so ist sie immer einen Besuch wert. Neben der Burg ist auch einfach ein entspannter Spaziergang durch die hübschen Gässchen sehr schön. Hier gehen die Uhren anders, das Leben ist langsam und entspannt.

 

Am Platz vor dem Stadttor findet ihr außerdem ein wahres Kleinod portugiesischer Kachelkunst. Im Café  könnt ihr die blau-weißen Azulejos bewundern, die so typisch für Portugal sind, und einen leckeren Kuchen genießen. Auch das Café Inglés oben an der Burg ist ein guter Ort für eine Rast. Bleibt ihr zum Abendessen oder habt Mittags mehr Hunger, dann lauft am besten hinunter Richtung Fluss und kehrt bei Waldemar ein. Dort werden leckere Hähnchen (frango) vom Holzkohlegrill in einfachem Ambiente für kleines Geld serviert.

Silves hat es einfach geschafft, sich einen authentischen Charakter zu bewahren und trotzdem interessant für Besucher aus aller Welt zu sein.

 

Ein besonderes Highlight im Sommer ist die Feira Medieval Mitte August. Die Mittelaltertage feiern die Geschichte des Ortes, der zu Zeiten der maurischen Herrscher große Bedeutung innehatte, und es wird reichlich geboten. Die ganze Stadt verwandelt sich in einen verzauberten Ort aus 1001 Nacht.

 

Los geht es ab 18 Uhr, der Eintritt zu den bunt geschmückten Gassen rund um die Burg kostet 5 Euro. Zahlreiche Stände mit Kunsthandwerk und kulinarischen Köstlichkeiten locken jedes Jahr viele Besucher an. Mitten durch ziehen Gaukler, Musiker, Bauchtänzerinnen, christliche Ritter sowie Mauren auf Kamelen und mit Falken. Wer mag, kann sich für kleines Geld selbst ein Kostüm ausleihen und als mittelalterliche Figur umherwandern.

 

Für weitere 5 Euro Eintritt pro Person könnt ihr außerdem Ritterspielen beiwohnen. Das Turnier, in dem verschiedenen Recken gegeneinander mit Schwert und Lanze antreten, findet zweimal pro Tag statt und ist jedes Jahr das Highlight des Fests.

Furchtbar viel zu tun gibt es ansonsten nicht in Silves, es ist wirklich ein Ort zum Entspannen. Je nach Wasserstand sind Bootstouren auf dem Fluss möglich.Wenn ihr im Mai Urlaub in Silves macht, kommt ihr in einen ganz besonderen Genuss. Denn dann gehört die Stadt ganz den Störchen, die überall in Strommasten, Schornsteinen und Palmen mit ihren Jungen nisten.

Wenn ihr noch Zeit habt und mehr sehen wollt, dann fahrt von Silves weiter Richtung Monchique ins Gebirge. Dazu nehmt ihr einfach die Straße links am Fluss entlang, vorbei am kleinen Fußballstadion.

 

Ein Ausflug ins Monchique-Gebirge führt euch unter anderem zu den Quellen von caldas de Monchiqe. Bringt am besten eine leere Wasserflasche aus Silves mit hier hoch, denn an der Liebesquelle (Fonte dos Amores) könnt ihr sie mit leckerem frischen Quellwasser wieder auffüllen. Auf dem Picknikplatz aus Naturstein lässt sich herrlich im Schatten von Eukalyptusbäumen durchatmen.

 

Nach Voranmeldung könnt ihr hier ganz in der Nähe auch eine wunderbar entspannte Eselswanderung mit Robert unternehmen. Termine vereinbart ihr einfach unkompliziert per Whatsapp ein paar Tage vorher.

 

Keine Lust auf Wandern mit Eseln? Dann fahrt weiter rauf bis zum Gipfel des Foia. Er ist der höchste Berg der Algarve. Von hier könnt ihr beim klarem Himmel von den Bergen bis zum Meer schauen. Anschließend geht es voller Eindrücke zurück nach Lagos.

Tag 6: Ausruhen am Strand und Stadtbesichtigung oder Zoo von Lagos

Je nachdem wie fit ihr seid, legt ihr heute noch mal einen Tag am Strand ein, zum Beispiel am Praia Porto de Mós, der ebenfalls etwas größer ist und im Westen von Lagos liegt. Auch ein Spaziergang zum Leuchtturm von Lagos über die Klippen der Ponta de Piedade lohnt sich immer. Wenn ihr den Tag noch etwas aktiver gestalten wollt, nutzt das breite Wassersportangebot am Strand oder unternehmt einen kleinen Ausflug zum Zoo von Lagos. Die kleine Oase im Hinterland von Lagos beheimatet zahlreiche Vogel- und Affenarten sowie viele weitere Tiere.

 

Ihr seid bisher noch gar nicht dazu gekommen, Lagos selbst anzugucken? Holt das unbedingt nach, bevor es zu spät ist. Ein Bummel durch die Fußgängerzone mit ihren weißen Kirchen und lebhaften Plätzen, die Besichtigung des alten Sklavenmarkts und ein Besuch des Forte da Ponta da Bandeira gehören zu den Highlights des Ortes.

 

Detaillierte Beschreibungen findet ihr in meinem Artikel über Lagos.

Tag 7: Markt von Lagos und Abreise

Je nachdem wie früh ihr abreist, habt ihr noch Zeit, ein letztes Mal faul am Strand zu liegen und am Vormittag den Markt von Lagos zu besuchen. Die Markthalle gegenüber der Hafenpromenade bietet auf zwei Stockwerken frischen Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse sowie regionale Spezialitäten. Auf dem Dach befindet sich ein Café/Restaurant, lohnenswerter ist hier oben aber die Aussicht auf den Hafen.

Letzter Tipp bevor es ins Flugzeug geht: Ein Tosta Mista mit pão caseiro in der Pasteleria Algarve gegenüber der Hafenpromenade. Das getoastete portugiesische Landbrot mit Schinken, zerlaufenem Käse und geschmolzener Butter ist kein Figurschmeichler, aber unglaublich lecker! Und wenn wir schon dabei sind, darf es gerne noch ein Pastel de Nata (Cremetörtchen mit Blätterteig, typisch portugiesisch) oder eine andere Leckerlei portugiesischer Backkunst sein. Doce fino, die Algarvio-Variante des Marzipan in Form von liebevoll gefertigten kleinen Früchten und Figuren ist übrigens ein schönes Mitbringsel für die Lieben zu Hause.

Selbstverständlich könnt ihr das Programm beliebig variieren und umstellen. Die Mischung aus Ausflügen und Strand sollte euch einen abwechslungsreichen Urlaub an der Algarve bescheren, bei dem ihr entspannen, aber auch etwas von diesem wundervollen Land kennenlernen könnt.

So könnte deine Woche an der Algarve aussehen

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