Zakynthos - (k)eine Trauminsel?

Zakynthos? Wo ist das denn? So oder so ähnlich waren die meisten Reaktionen, als ich von meinem anstehenden Urlaub erzählte. Viel wusste ich vorher auch nicht über die kleine griechische Insel, aber durch meinen Urlaub auf Kreta 2017 und den Kurztrip nach Athen im gleichen Jahr, bin ich Griechenlandfan. Zudem wurde mein Facebookfeed regelmäßig mit dem wohl bekanntesten Panorama, das Zykanthos zu bieten hat, gefüttert: dem Navagio Beach. Ich wette, die meisten kennen dieses Bild, denn es ist einfach WOW! So viel sei verraten, in natura ist die Bucht genauso der Wahnsinn. Allerdings wollte ich auch herausfinden, was es sonst noch auf Zakynthos zu entdecken gibt. Herausgekommen ist ein durchaus gemischtes Bild von einer zauberhaften kleinen Insel, auf der eben nicht alles nur rosarot, dafür unglaublich viel intensiv türkis ist. Kommst du mit auf Entdeckungstour?

Eckdaten zu Zakynthos

Zakynthos, auch oft Zante genannt, ist mit einer Fläche von fast 408 km² zwar die drittgrößte der Ionischen Inseln, trotzdem aber so klein,  dass du sie bequem mit dem Auto in ein paar Tagen erkunden kannst. Zum Vergleich: Malta ist gut 100 km² kleiner als Zante, die Azoreninsel São Miguel etwa so groß wie Malta und Zakynthos zusammen. Zante liegt südlich von ihren größeren Schwesterninseln Korfu und Kefalonia und nur eine Stunde mit der Fähre vom Festland der Halbinsel Peleponnes entfernt. Die Hauptstadt und gleichzeitig der einzige größere Ort der Insel heißt ebenfalls Zakynthos.

Besiedelt wurde die Insel bereits vor etwa 110.000 Jahren. Im Gegensatz zum griechischen Festland befand sich Zakynthos über 700 Jahre unter west- und mitteleuropäischer Herrschaft. Vor allem die Venezianer haben die Geschichte von Zakynthos stark geprägt, weshalb auch der italienische Name Zante so geläufig ist. Zudem haben die Italiener dem Inselchen einen schmeichelhaften Beinamen verliehen: Fior di Levante, übersetzt: Blume des Ostens.

Das Klima ist mediterran, Zante ist vor allem im Winter aber recht regnerisch und die Jahresniederschlagsmenge vergleichsweise hoch. Dass ist im Grunde super, denn dadurch ist Zakynthos eine ziemlich grüne Insel. Das "Wappentier" von Zakynthos ist die Unechte Karettschildkröte, es gibt kaum einen Ort auf der Insel, an dem nicht mit der Caretta Caretta geworben wird. Um die vom Aussterben bedrohte Tierart nicht weiter durch den Tourismus, der als wichtigster Wirtschaftszweig der Insel gilt, zu gefährden, gibt es spezielle Auflagen an den Stränden, die im Nistgebiet der Schildkröten liegen und seit 1999 sogar einen staatlichen Meeresnationalpark.

Neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft der einzige relevante Wirtschaftsfaktor. Die Hauptprodukte sind Olivenöl, Wein und Korinthen.  Bei einer Fahrt über die Insel wirst du tausende von wunderschönen Olivenbäumen sehen und fast jeder Ort hat mindestens einen Stand, an dem lokale Produkte wie Olivenöl, Honig und Wein verkauft werden.

Das Straßennetz ist ziemlich gut ausgebaut, hier hatte ich mir viel mehr abenteuerliche Schotterpisten vorgestellt wie im Süden Kretas. Vor allem im gebirgigen Westen von Zakynthos sind die Straße zwar recht kurvenreich, weshalb man etwas länger braucht, um von A nach B zu gelangen, ich fand es aber viel entspannter als gedacht. Wir hatten mit unserem kleinen Mietwagen überhaupt keine Probleme, egal ob im Süden, Norden, Osten oder Westen. Während unseres Urlaubs auf Zakynthos haben wir auch einige Busse gesehen, allerdings waren die meist genauso breit wie die Straßen und ich ziehe meinen Hut vor den Fahrern. Meine Empfehlung: Unbedingt die Insel auf eigenem Faust mit dem Mietwagen erkunden!

Vor- und Nachteile der Nebensaison

Mein Mann und ich waren vom 29. April bis 6. Mai 2018 auf Zakynthos - also ziemlich früh im Jahr und somit in der absoluten Nebensaison. Wettertechnisch haben wir das zunächst nicht bemerkt, denn es hatte fast 30 Grad, als wir am Morgen müde, aber neugierig aus dem Flieger fielen. Wir sind von München mit Air Baltic geflogen und das Flugzeug war überraschend voll. Da haben wohl so einige das günstige Angebot genutzt. Viele der Leute, mit denen wir auf unseren Mietwagen warteten, sollten wir noch einige Male an anderen Orten auf der Insel wiedertreffen. Damit ging es uns also wie auf den Azoren - Zakynthos ist ein Dorf, man "kennt" sich.

Was uns nach dem etwas heruntergekommenen Flughafen, der sich mitten im Umbau befindet, als erstes auffiel, war die extreme Freundlichkeit der Inselbewohner. Kein Vergleich zu den verschlossenen, schon eher ruppigen Kellnern in Athen, wir waren teilweise schon fast etwas erschlagen, von so viel Fürsorge und Nettigkeit. Fast jeder Ältere hat auch irgendeinen Bezug zu Deutschland, kramte direkt ein Guten Tag heraus, was wir mit einem Kalimera beantworteten. Da noch kaum Touristen unterwegs ware - vor allem im Hinterland - , schien man sich teilweise wirklich um uns zu reißen. In einem Dörfchen mussten wir jedem Ladenbesitzer die Hand schütteln und lernten gleich mehrere Generationen kennen. Das war süß, aber auch etwas anstrengend. Weil wir sind, wie wir sind, fühlten wir uns auch ein bisschen verpflichtet, überall etwas zu kaufen. So erstanden wir in jedem Lädchen eine Kleinigkeit, um keinen zu benachteiligen. Zum Glück war das nicht überall so, sonst wären wir ziemlich schnell pleite gewesen. Immerhin können sich unsere Freunde jetzt alle über kleine Andenken freuen - und wir haben wirklich großartigen Thymianhonig erworben. Mjammy!

Etwas schwierig war es, außerhalb von Zakynthos Stadt essen zu gehen, da viele Tavernen noch überhaupt nicht aufgemacht hatten. Daher haben die übliche Vorauswahl übers Internet per Tripadvisor und Reiseführerempfehlungen so gut wie nie hingehaun. Oft standen wir vor verschlossenen Türen beziehungsweise in einem einzigen Chaos aus wirr gestapelten Möbeln, verrotteten Terrassenplanken und Gerümpel oder sahen, wie fleißig renoviert wurde. Die Selbstversorgung war auch etwas schwierig. Wir hatten wie so oft Appartements als Unterkunftsart gewählt, allerdings gibt es auf Zakynthos fast nur winzige Minimärkte mit der geringer Auswahl und verhältnismäßig hohen Preisen. Der größte Supermarkt, den wir auf der ganzen Insel finden konnten, war ein LIDL bei Zakynthos Stadt. Der einzige MacDonalds der Insel war übrigens ebenfalls verwaist - was uns jetzt aber weniger gestört hat.

Da die Insel so klein ist und dementsprechend auch die meisten hübschen Buchten winzig sind, war ich dennoch sehr glücklich, in der Nebensaison da zu sein. Das Wetter war zwar nicht immer badetauglich - zumindest für Frostbeulen wie mich - aber dennoch fast durchgehend sonnig und t-shirt-tauglich. Bei unseren Ausflügen zu Touri-Highlights wie der Schildkröteninsel, den Blue Caves und dem Navagio Beach war das Meer leider ziemlich unruhig und die Badestopps nicht oder nur bedingt möglich. Der Schönheit der Natur hat das aber keinen Abbruch getan und ich konnte tolle Fotos machen. Oft hatten wir Strände komplett für uns und selbst beim Aussichtspunkt vom berühmten Shipwreck Beach war zwar mehr als überall sonst los, aber immer noch echt wenig im Vergleich zum Sommer.  Einige Straßen sind übrigens verdammt eng und auch Parkplätze sind bei beliebten Spots im Norden der Insel Mangelware. Wenn ich mir das bei vollem Betrieb im Sommer vorstelle - nein danke!

In der Nebensaison ist die Auswahl der Tourenanbieter auf Zakynthos deutlich begrenzter und Wassersportmöglichkeiten sind ebenfalls nur eingeschränkt buchbar. Wir haben zwei Touren gemacht - eine Bootstour von Agios Sostis, in der Schildkrötenspotting, ein Badeausflug zur Schildkröteninsel Marathonisi und die Besichtigung der Keri Caves enthalten sein sollte, sowie einen Trip zum Shipwreck Beach und den Blue Caves vom Hafen in Agios Nikolaos.  Leider wurden wir bei der ersten Tour etwas übers Ohr gehauen, denn obwohl man uns 100 Prozent Schildkrötengarantie gab, sahen wir keine und statt der Keri Caves zeigte man uns nur ein paar Grotten der Schildröteninsel. Das Meer war an diesem Tag ziemlich unruhig, von daher hatten wir einfach Pech und ich bin letztlich froh, dass wir nicht noch weiter raus zu den Caves sind bzw. weiter Schildkröten gesucht haben. Ich hätte mir aber eine offene Kommunikation gewünscht. Stattdessen habe ich erst später über meinen Routentracker, den ich im Urlaub immer mitlaufen lasse, festgestellt, dass wir gar nicht bei den richtigen Grotten waren. Schade! Etwas entschädigt hat mich aber Marathonisi, denn die Insel ist auch ohne Schildkröten traumhaft schön!

Auch bei unserem Besuch am Navagio-Wrack hatten wir Pech mit dem Wetter, es war extrem windig und zog immer mehr zu, weshalb man uns drängte, die Tour jetzt sofort zu buchen, da auch der nächste Tag eher schlechter werden sollte. Ich ließ mich überrumpeln und dann warteten wir mit einem Haufen anderer Urlauber (vornehmlich scheint Zakynthos übrigens Ziel von Holländern und Polen zu sein) anderthalb Stunden auf das Boot. Zum Glück war es nicht zu riesig, aber wir hatten beide irgendwie ein doofes Gefühl. Ich denke im Nachhinein, wir hätten lieber 2 Tage warten sollen und ein kleines Boot vom Kap Skinári (sehr sehenswert übrigens!) nehmen sollen. Aber was solls, es ist wie es ist. Letztlich war es gut, dass es bei unserer Ankunft am Navagio Beach dann ganz zugezogen war, denn inzwischen war es genau Mittag - also fototechnisch das mieseste Licht. Die Wolken spielten Diffusor und die Fotoausbeute war letztlich dann doch ziemlich gut.

Ein weiterer Vorteil: durch das schlechte Wetter waren viel weniger Leute am Strand und nach einer Weile konnten wir das Wrack problemlos fotografieren. Eine Stunde Aufenthalt verging wie im Flug und ich hätte sehr gern noch mehr Zeit für Fotos gehabt. Fürs Relaxen ist dieser Strand so oder so nicht geeignet. Auf der Rückfahrt war eigentlich noch ein Badestopp bei den Blue Caves geplant, aber der musste wegen des Wetters ebenfalls ausfallen. Wir fuhren so nah es ging an die Felsformationen heran, aber der Wow-Effekt, wie von den Bildern mit ruhigem Wasser, stellte sich bei mir nicht so richtig ein. Die Zeit hätten wir am Navagio Beach besser nutzen können. Am tollsten sieht die berühmte Bucht aber ohnehin von oben aus. Als wir zum Sonnenuntergang hingefahren sind, waren wir komplett allein am beliebtesten Spot der Insel.

Krise im Paradies: Zwischen Meer und Müll

Eine Sache ist uns bei unserem 1-wöchigen Urlaub auf Zakynthos allerdings von Anfang bis Ende wirklich übel aufgestoßen: der Müll! Ich weiß nicht, ob das auch an der Nebensaison lag und sich die Insel krisenbedingt nur in der Sommersaison herausputzen kann, aber überall fielen uns überquellende Müllcontainer auf, teilweise lag der Abfall weit verstreut drumherum und auch an fast allen Stränden fand sich jede Menge Plastikmüll. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass ich in keinem der Blogs, die ich im Vorfeld über Zante gelesen habe, etwas darüber gefunden habe, denn ich fand es sehr auffällig. Auch habe ich so einige Autofriedhöfe auf der Insel verteilt gesehen, egal ob in der Stadt, im Dorf oder mitten in einem Olivenhain, abgewrackte Autos und Boote finden scheinbar hier ihre letzte Ruhe. In Exo Chora war ein altes Auto sogar mit Blumentöpfen dekoriert. Das hat dann schon wieder Charme finde ich ...

Für die Katzen der Insel freut es mich zwar, denn die hockten durchaus vergnügt in den Containern und wirkten gut genährt, schön ist das Ganze trotzdem nicht. Wir haben auch nie einen Müllwagen gesehen, die Abfälle wurden einfach immer mehr und mehr. Am fassungslosesten machte mich aber der Abfall am Aussichtspunkt des Navagio-Strandes. Diese Bucht ist ja nun wirklich das absolute Aushängeschild der Insel und die bedeutendste Sehenswürdigkeit. Warum muss man seinen Müll also ausgerechnet hier hinterlassen, sodass die weggeworfenen Kaffeebecher auf tausenden von Urlaubsfotos verewigt werden? Eine Schande in meinen Augen. Die Müllproblematik ist ja in vielen Ländern präsent und auch an der Algarve sammeln wir öfter mal Papier und Plastik aus dem Straßenrinnen, aber gegen Zakynthos ist das nichts.

Versteht mich nicht falsch, es gibt wirklich wunderschöne Strände auf Zakynthos und auch perfekt gepflegte Abschnitte oder blitzsaubere Ausflugsorte wie Porto Limnionas und Porto Roxa. Das Ionische Meer hat in Buchten ein Farbenspiel, das einfach atemberaubend ist. Du fühlst dich nicht wie in Europa, sondern direkt in die Karibik hineinversetzt. Von den meisten Naturstränden war ich aber etwas enttäuscht. Vor allem in Dafni haben wir nach einer ziemlich holprigen Anfahrt sehr viel Plastikmüll gefunden und auch noch andere recht besorgniserregende Überbleibsel. Allerdings schien auch jemand dort in einer Hütte zu leben, der den Müll zur Kunst erhob. Das wiederum hat mir gut gefallen und es braucht mehr Menschen wie diesen Einsiedler auf der Insel.

Positiv überrascht hat mich dafür der Shoestring Beach, der sich in der Nähe vom Touriort Alykanas befindet, aber trotzdem herrlich ruhig und sauber ist. Er gehört zu meinen persönlichen Highlights auf Zakynthos. Noch nicht überzeugt? Schaut euch einfach das Foto hier an:

Es war gar nicht so leicht, im Vorfeld mehr über die Sehenswürdigkeiten auf Zakynthos rauszufinden, denn der Fokus liegt eben stark auf dem Shipwreck Beach, den Blue Caves und der Schildkröteninsel. Ja, alle drei gelten auch zu Recht zu den Höhepunkten der Insel, ich wollte aber auch unbekanntere Ecken erforschen. Der liebe Spiros aus unserer ersten Unterkunft, der Villa Contessa, hat uns auf einer Karte die wichtigsten Stationen markiert. Im Prinzip hat er um fast jeden Ort einen Kringel gemacht, aber wir können sagen, dass wir bis auf einen alle brav abgeklappert haben. Ein Vorteil von Zante ist schließlich, dass nichts wirklich weit weg ist. 

So ganz up-to-date war der hilfsbereite Spiros allerdings auch nicht. So war zum Beispiel der Leuchtturm von Keri komplett gesperrt und im Umbau, und wir konnten keinen atemberaubenden Sonnenuntergang dort erleben. Auch die größte griechische Flagge, die sogar im Guinessbuch der Rekorde steht, war bei unserem Besuch abgehangen. Dafür haben wir auf dem Weg dahin eine Schar Pfaue zwischen den Olivenbäumen entdeckt. Auch sehenswert! Diesen Tieren sollten wir auf Zante übrigens noch öfter begegnen.

Andere Tipps, zum Beispiel der Abstecher in das Dörfchen Volimes und zum weitläufigen Sandstrand Banana Beach, erwiesen sich als sehr schöne Empfehlungen. Unser Fahrt nach Bohali oberhalb von Zakynthos Stadt traten wir aallerdings leider (fast) umsonst an. Die von Spiros angepriesene Festung ist seit Januar 2018 auf unbestimmte Zeit geschlossen, da kein Budget für das Personal dort vorhanden ist. Die Info findet man allerdings erst, wenn man direkt vor dem verrammelten Tor steht, nirgendwo sonst. So haben wir uns also nur den Ausblick auf die City anschauen können. Immerhin.

Viele Strände im Westen sind übrigens Kiesstrände oder es gibt nur Felsen, von denen man direkt ins Meer steigen kann. Sandstrände findest du eher im Osten. Oft sind sie sehr schmal, von Ressorts besetzt oder anderweitig eng bebaut. Weitläufigere Sandstrände gibt es nur im äußersten Südosten, wo du dir den Strand u. U. mit den Schildkröten teilst. Auffällig ist, dass es sehr oft kostenlose "Sunbeds", Liegen und Schirme gibt - oder du kannst sie frei nutzen, wenn du in der Taverne etwas bestellst. Ich weiß nicht, ob es auch an der Nebensaison liegt, aber wir fanden das Gratis-Angebot recht groß. Manche der Sunbeds waren aber auch schon etwas in die Jahre gekommen. Einige ausrangierte Matratzen, die zuvor für diesen Zweck dienten, fanden wir dann auch in regelmäßigen Abständen am Straßenrand.

Ich persönlich mag ja am liebsten Strände ohne diesen Schnickschnack und lege mich lieber nur mit einem Handtuch in den Sand. Extrem praktisch finde ich die Microfaserhandtücher von Fit-Flip**. Das 180x90-Strandtuch reicht zur Not auch für zwei, lässt sich aber super klein zusammenrollen und ist somit immer und überall dabei, ohne Platz wegzunehmen.

Konsum vs. Kultur: Mehr Buden als Bauten

Zakynthos Town gehört nicht zu den unvergesslichsten und sehenswertesten Hauptstädten, denn viel gibt es eigentlich nicht zu sehen. Die Roma Street ist die Haupteinkaufstraße. Abends ist rund um den Solomos Square Showlaufen angesagt. Dazwischen stürmen gefühlt eine Million Kinder vergnügt über den Platz. Wir haben uns hier trotzdem insgesamt sehr wohl gefühlt, ich kann gar nicht so sehr beschreiben warum. In Zakynthos haben wir auch unsere liebste Grillbude, das Ladokolla Grill House ,gefunden, in der wir ganze dreimal essen waren, während unseres 1-wöchigen Urlaubs. Wir hatten keine Lust auf die Tourilokale mit ihren Schleppern rund um die Lambrou Ziva und hier ist es einfach, lecker und preiswert. Zudem aßen dort auch viele Einheimische, es liegt in einer Fußgängerzone und man hat immer etwas zu gucken, ohne Autoabgase zu atmen, wie an der Hafenpromenade.

Vom Hafen geht übrigens regelmäßig eine Fähre zum Festland sowie zur Nachbarinsel Kefalonia. Die Fähre hat uns beeindruckt, denn sie ist von innen eher wie ein schwimmendes Hotel. Sehr modern, stylish und gemütlich. Leider verpestet sie aber auch ganz schön heftig die Luft, weshalb wir ein schlechtes Gewissen hatten, dass wir nur einen 1-tägigen Ausflug aufs Festland gemacht haben. Angesichts des stolzen Preises von rund 85 Euro für 2 Personen plus Auto für Hin- und Rückfahrt ist ein mehrtägiger Ausflug zudem auch finanziell die cleverere Alternative.

Was mir schon an der Nordküste von Kreta aufgefallen ist, habe ich auch auf Zakynthos an der Westküste und im Partymekka Laganas beobachtet: seelenlose Touriorte, bestehend aus einer Haupstraße auf der sich eine Verkaufsbude an die nächste reiht, sind einfach nicht mein Ding. Ich möchte mehr sehen als Bars und Tavernen, die English Breakfast anbieten und billigen Alkohol. Orten wie Laganas, Argassi, Tsilvili und Alykes, in denen ich nicht mal eine landestypische Architektur erkennen kann, sondern einfach nur offene Schlünde vollgestopft mit dem ewig gleichen Plastikkram aus China, spare ich mir lieber. Solche Orte eignen sich aufgrund der guten Infrastruktur und Einkaufsmöglichkeiten meist lediglich als Ausgangspunkt für Ausflüge, ansonsten machen sie mich einfach nur traurig, weil sie alle gleich aussehen. In der Nebensaison wird es allerdings schwer, die oben genannten Orte komplett zu meiden, da man hier noch die größte Chance hat, auf offene Tavernen zu stoßen.

Ein bisschen selbst Schuld bin ich auch, was meine Enttäuschung bezüglich der architektonischen Sehenswürdigkeiten angeht, denn ich hatte einfach eine andere Erwartungshaltung. Ich hatte mir eine Art Mini-Kreta vorgestellt, dabei allerdings nicht bedacht, dass das Erdbeben vom 12. August 1953 fast alle Inselortschaften vollständig zerstört hat. Historische Bauten gibt es also nicht wirklich. Ein paar nette Überreste konnten wir in Volimes, Kiliomeno und Exo Chora finden. Ein kleines ehemaliges Kloster kannst du in Anafonitria besichtigen und auch die Klosterruine auf dem Skopos-Berg ist ganz hübsch wiederhergerichtet worden. (allerdings ist der steile Schotterweg mit dem Auto ziemlich grausam).

Was uns außerdem aufgefallen ist: die schönsten Häuser der Insel waren meist entweder Tavernen oder Appartements für Urlauber. Ganz oft waren Wohnhäuser auch unfertig - sprich das untere Stockwerk fertig ausgebaut, gestrichen und eingerichtet, aber aus dem Dach ragten noch Metallverstrebungen, die anzeigten, dass man irgendwann (vielleicht wenn mehr Geld da ist?) ein zweites Stockwerk bauen wird. Dennoch konnten wir auch ein paar charmante Privathäuser entdecken, in denen mit einfachen Mitteln einfach eine für ein schönes Flair gesorgt wurde. Übrigens ein Grund, warum mir das sonst vielleicht unauffällige Volimes so gut gefallen hat.

Typische weiße Häuser wie auf den Kykladen gibt es auf Zakynthos eher nicht, wenn ich irgend eine typische Bauart identifizieren konnte, dann waren es Steinhäuser in der Art, wie sie auch in unserer zweiten Unterkunft zu finden waren. Die Villa Poseidon* kann ich übrigens nur empfehlen, die kleine Gruppe von Appartements samt Gartenanlage und Pool ist nicht nur ein kleines Paradies auf Erden, sondern wird erst richtig zu etwas Besonderem durch die herzlichsten Gastgeber, die ich je kennenlernen durfte: Sotiria und Sakelario. Das Ehepaar umsorgt einen von früh bis spät, kocht unheimlich lecker und ist einfach nur unglaublich freundlich.

Fazit nach 1 Woche Urlaub Auf Zakynthos

Ich weiß, für meine Verhältnisse ist das hier ein ziemlich kritischer Beitrag geworden und es liegt mir fern, Zakynthos als Urlaubsziel schlecht zu machen. Ich hoffe außerdem für die Menschen, dass die Krise bald ausgestanden ist und Probleme wie die Müllentsorgung angegangen werden können. Ich habe viele wunderschöne Ecken entdeckt und wirklich liebe Menschen kennengelernt. Wer sich mehr entspannen will und gerne mal mehrere Tage am selben Strand oder am Pool verbringt oder gar Urlaub in einem Ressort auf Zakynthos in Betracht zieht, der wird hier sicher problemlos eine Woche und mehr verbringen können und es sehr gut haben. Ich bin aber einfach ein anderer Urlaubstyp und hatte mir mehr Vielfältigkeit und Flair erhofft. 

Ein Morgen oder Nachmittag an einem einsamen Strand oder einem Pool in einer kleinen Appartementanlage weiß ich durchaus zu schätzen. Für mehr bin ich aber einfach zu neugierig und umtriebig. Mein idealer Urlaub besteht vor allem aus Abwechslung: einer Mischung aus Kultur, Abenteuer, Natur, Spaß, gutem Essen und tollen Fotospots! Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass mir auf Zakynthos in der Nebensaison vielleicht auch ein verlängertes Wochenende gereicht hätte. "Nur" Strände waren mir ein bisschen zu wenig und in der Hauptsaison würde es mir wohl dort schnell zu eng und voll werden. Ich könnte mir vorstellen, einen Abstecher auf die Insel mit einem Roadtrip durch Griechenland zu verbinden, denn auf dem Festland gibt es noch viele historische Orte, die mich reizen!


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** Das Handtuch wurde mir von Fit Flip kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Da mir die Authentizität dieses Blogs sehr wichtig ist, habe ich vorher vereinbart, dass ich das Handtuch nicht erwähnen werde, wenn ich es nicht tatsächlich super finde, denn ich möchte niemandem etwas anpreisen, was ich nicht gut finde.

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