Roadtrip Alentejo Teil 1: Beja & Évora

Der Alentejo grenzt direkt an die beliebte Urlaubsregion Algarve an und reicht mit seiner nördlichen Grenze sogar bis in den Verwaltungsbereich Lissabons. Somit gehören etwa 30 Prozent des portugiesischen Festlands zu dieser vergleichsweise wenig besuchten Region. Massentourismus kennt man hier nicht, wo die Landwirtschaft das Bild dominiert. Viele durchqueren den Alentejo bei einem Roadtrip, ohne überhaupt zu ahnen, was sie hier verpassen. Denn der Alentejo hat eine herrliche Küste, bezaubernde Städte und zahlreiche Sehenswürdigkeiten im Inland zu bieten. Hier gehen die Uhren zudem noch etwas langsamer, die Orte sind authentischer und die Preise oft niedriger als in den bekannten Touristenhotspots. Komm also mit auf einen Roadtrip durch den Alentejo und lerne die Schätze dieser Region kennen!

Planung der Route

Wieso der Alentejo?

Mittlerweile sind Roadtrips durch Portugal bei vielen Urlaubern recht beliebt. Kein Wunder, Portugal ist ein sicheres, für europäische Verhältnisse recht günstiges Reiseland und mit einer Fläche von 92.212 km² vergleichsweise überschaubar. Zum Standardprogramm gehören Faro, Lagos, Lissabon und Porto, sprich: Die meisten Urlauber orientieren sich an der (Algarve-)Küste und an bekannten Metropolen. Dagegen ist absolut nichts zu sagen, denn der Atlantik ist natürlich großartig und die genannten Orte alle absolut sehenswert. Allerdings gibt es in Portugal noch so viel mehr zu entdecken!

Ich möchte dir auf diesem Roadtrip durch den Alentejo eine meiner Meinung nach zu Unrecht unterschätze Region näher bringen. Dabei möchte ich dir vor allem auch einen Blick auf die Sehenswürdigkeiten im Landesinneren eröffnen.  Portugals Osten hat so viele spannende Reiseziele zu bieten. Kein Wunder: Im Gegensatz zur Algarve und Lissabon gab es hier viel weniger Schäden durch das verheerende Erdbeben 1755 und somit kannst du viele historische Sehenswürdigkeiten besuchen. Zahlreiche Festungen an der Grenzlinie zu Spanien zeugen vom Unabhängigkeitskampf Portugals und auch die Kelten, Westgoten, Römer und Mauren hinterließen unzählige Spuren.  Zum Schluss gibt es dann auch noch eine Prise bzw. Brise Meer, versprochen!

Wann starten?

Ich war schon von Kindesbeinen an immer wieder kreuz und quer in Portugal unterwegs. Seit ich diesen Blog habe, arbeite ich alte Reisen auf oder besuche Orte erneut, um sie mit anderen Augen zu sehen und aktuelle Fotos und Infos zu sammeln. Dieser Bericht behandelt unseren Trip Anfang Februar 2018. Für Roadtrips und Sightseeing ist die Nebensaison perfekt. Mietwagen sind unfassbar günstig, wenn du sie etwas vorher z. B. über Check24 buchst und eine Kaution von etwa 600 bis 2000 Euro mittels Kreditkarte hinterlegen kannst. Von Ende Januar bis Anfang März kannst du dich zudem über tausende von blühenden Mandelbäumen an der Algarve und im Alentejo freuen. Die Mandelblüte ist wirklich sehenswert, ich freue mich jedes Jahr darauf! Wenn du gern wanderst und Portugals Pflanzenwelt in voller Blüte sehen willst, empfehle ich dir den Frühling (März bis Mai), wenn Südportugal grün und angenehm warm ist.

Falls du auch baden gehen möchtest und kein Surfer mit Neoprenanzug bist, dann solltest du zwischen Juni/Juli und September anreisen. Oft ist es aber sogar bis in den Oktober hinein richtig schön warm. Im Hinterland des Alentejo sind die Sommer oft sehr heiß, an der Küste kühlt der Wind die Hitze gut runter. Im August wird es aber auch an sonst menschenleeren Stränden rappelvoll, denn jetzt hat ganz Portugal Ferien.

Wenn dir ab und zu ein Schauer nichts ausmacht und du auch gerne einfach nur am Strand spazieren gehst oder spektakuläre Fotos machen willst, kannst du diesen Roadtrip das ganze Jahr über machen! Achte im Winter bei deinen Unterkünften in Portugal dann auf jeden Fall darauf, dass eine gute Heizung vorhanden ist. Durch die Feuchtigkeit fühlen sich 11-15 Grad nämlich deutlich kühler an nachts.

Wo starten?

Startpunkt unseres Roadtrips durch den Alentejo ist Lagoa an der Algarve. Natürlich kannst du die Fahrt auch von einem beliebigen anderen Ort an der Algarve oder zum Beispiel von der Hauptstadt Lissabon aus starten. Warum ist es bei uns Lagoa? Ganz einfach, hier steht unser Häuschen, also unser 2. Zuhause. Warum Lagoa für dich interessant ist? Du befindest dich hier mitten im schönsten Abschnitt der Felsalgarve! Wenn du also am Flughafen Faro landest und erst mal Urlaub an der Algarve machen möchtest, kannst du diesen Roadtrip prima einbauen.  Oder du startest ganz im Norden vom Flughafen Porto aus und lässt deinen Trip bei einem Badeurlaub an der Algarve ausklingen. Die Länge deiner Route hängt natürlich davon ab, wie viel Zeit du für deinen Roadtrip durch Portugal erübrigen kannst.

Die Route wie du sie oben eingezeichnet siehst, kommt mindestens auf etwa 460 km, bei uns war sie wahrscheinlich ein bisschen länger, weil wir an der Küste richtig nah am Wasser bleiben wollten und deshalb noch mal von der vorgeschlagenen schnellsten Route von Google Maps abgewichen sind. Gestartet sind wir Freitagnachmittag gegen 15:30 Uhr, Sonntag um etwa 19 Uhr waren wir wieder zurück in Lagoa. Der Roadtrip ist also gut an einem Wochenende zu schaffen, wenn man keinen ausgedehnten Badestopp machen will, sondern eine reine Fototour durch den Alentejo. Allzu viel Zeit bleibt hier an den einzelnen Stationen also nicht. Wenn es etwas wärmer ist, lohnt es sich auf jeden Fall, die Tour etwas zu verlängern.

Beja - Perle des Südlichen Alentejo

Unsere erste Etappe heißt Beja. Wir erreichen sie von Lagoa aus nach etwa 1 Stunde und 40 Minuten über die mautfreien Landstraßen N125, N124-1, IC1 und IP2. Nimmst du die mautpflichtige Autobahn, kannst du etwa 40 Minuten einsparen. Ich fahre meist nicht nur aus Kostengründen lieber Landstraße, denn man sieht einfach viel mehr als auf den oft langweiligen Autobahnen. Im Alentejo gestaltet sich die Fahrt so gechillt wie eben diese Region insgesamt ist. Der Alentejo ist vor allem geprägt von weiten Ebenen mit Weizenfeldern, Korkeichen und Olivebäumen. Hier gibt es noch sehr viel ruhiges Landleben und Ursprünglichkeit. Wir freuen uns auch über den Sonnenschein, der uns die Fahrt versüßt.

Als wir in die Altstadt von Beja einfahren und das Auto am Castelo de Beja abstellen, meint es das Wetter weiterhin gut mit uns.  Die Sonne strahlt vom Himmel und mein Mann ist sogar mit kurzen Hosen unterwegs (zur Erinnerung, wir haben Februar). Die Burg von Beja ist unser erstes Ziel. Zu besichtigen ist die Festung, deren Geschichte bis in die Römerzeit zurückreicht, von 9:30 bis 12:30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Wir freuen uns, dass wir es gerade noch rechtzeitig geschafft haben, und betreten den Burghof durch das seitliche Portal.

Sofort fällt auf, wie liebevoll restauriert die Anlage ist. In der Erwartung, Eintritt bezahlen zu müssen für das Vergnügen, diese schöne Burg zu besichtigen, betreten wir die Information im Hof. Dabei sehen wir, dass am Eingang ein Zettel hängt, der verkündet, dass der Turm nur bis 17:30 geöffnet ist. Sofort fällt mein Blick auf mein Smartphone: 17:30 Uhr. Mist! Drinnen fragen wir die Dame hinter dem Tresen, ob es dennoch möglich sei, den Turm zu besichtigen, da unsere Anreise so lang war. Sie lächelt nur und meint, das sei kein Problem. Wir danken ihr überschwänglich und sie winkt uns freundlich fort, als wir nach der Geldbörse kramen. Der Eintritt zur Burg von Beja ist komplett frei!


Wenn ich bedenke, in welch super Zustand das Areal ist, finde ich, dass hier ruhig ein paar Euro Eintritt verlangt werden könnten.  Der Grundriss, wie er heute hier zu besichtigen ist, wurde von Dom Dinis 1310 erschaffen. Die Festung wurde dann im 16. Jahrhundert noch ein Mal verstärkt und ausgebaut, was die manuelinischen Elemente verraten. Dieser Stil ist in Portugal in der Blütezeit des Kolonialreiches weit verbreitet gewesen. Ein berühmtes Bauwerk im Stil der Manuelinik ist zum Beispiel der Torre de Belem in Lissabon.

Der Turm der Burg von Beja wird Torre de Menagem genannt. Er ist aus mächtigem Granit erbaut und wirklich prächtig anzuschauen. Mit 40 Meter Höhe ist er im Übrigen der höchste Burgturm Portugals. Wir sind sehr glücklich, dass wir die Erlaubnis haben, ihn noch zu betreten. Auf drei Stockwerken bestaunen wir die Gewölbe mit Spitzbogentüren, die zu kleineren Aussichtsplattformen führen.


Nach 183 Stufen über die enge Wendeltreppe haben wir es geschafft und sind auf dem obersten Wehrgang angelangt. Von hier hast du einen wirklich wunderschönen Ausblick auf die gesamte Stadt und das Umland. Da der Alentejo so flach ist, kannst du richtig weit gucken.

Etwas außer Atem bin ich nach dem rasanten Aufstieg schon, aber es bleibt keine Zeit fürs Durchschnaufen. Hier wollen Fotos gemacht werden, denn das weiche Abendlicht macht die Szenerie besonders bezaubernd!

Für die restlichen Wehrgänge haben wir dann kaum noch Zeit, denn die Sonne steht schon sehr tief und wir wollen ja noch ein klein wenig von der Stadt sehen. Ruckzuck geht es also wieder runter und rein in die süßen Gässchen hinter dem Platz Largo do Lidador.

Viel los ist hier nicht, wir begegnen nur einer hutzeligen Nonne in den Sträßchen, die voller typischer Häuser verziert mit bunten Fensterrahmen oder portugiesischer Kachelkunst sind. Der  Einfluss der Mauren macht sich wieder einmal in der Architektur bemerkbar, zum Beispiel bei den Formen der Fenster und Türen. Ich liebe diesen Stil!

Nach dem Largo Santa Maria, wo die Kirche Igreja de Santa Maria mit ihrem roten Ziegeldach steht, landen wir am Largo da Conceição. Dort steht das wirklich wunderschön anzusehende Museu Regional Rainha D. Leonor. Das Museum ist in einem alten Kloster untergebracht, dem Convento da Nossa Senhora da Conceição. Davor steht eine Statue der Königin Leonor. Wer sich für die römischen Wurzeln von Beja interessiert, der sollte dieses Museum besuchen. Die Hauptsammlung enthält u.a. Fundstücke aus der Region zu Zeiten von Julius Cäsar, als die Stadt Pax Julia hieß. Auch das Mittelalter kommt im Kovent von Beja nicht zu kurz. Die ältesten Exponate stammen sogar aus der Bronzezeit.

Man vermutet, dass Beja im 5. Jahrhundert v. Chr. von Kelten gegründet wurde, es gibt allerdings schon 3 Jahrhunderte vorher Belege für eine Siedlung. Wer sich eingehender mit der Geschichte von Beja auseinandersetzen will, braucht also mehr Zeit als wir hatten. Ich möchte jedenfalls sehr gerne noch mal wiederkommen. Gegenüber vom Museum sehen wir z. B. auch ein sehr ansprechendes kleines Café. Für uns heißt es aber: weiter, weiter!

Die historische Altstadt an sich ist einfach schon einen Ausflug nach Beja - Hauptstadt des südlichen Alentejo  - wert. Gerne hätte ich mehr Zeit gehabt, hier einfach durch die Gasen zu streifen und mich an dem bunten Architekturmix zu erfreuen. Direkt bei der Burg von Beja, vor dem mächtigen Turm gelegen, gibt es übrigens noch ein sehenswertes Gebäude, das man leicht übersieht. In der Kirche Santo Amaro ist das westgotische Museum Nucleo Visgotico untergebracht. Die ehemalige Kirche gehört zu den ältesten noch erhaltenen Bauwerken Portugals und stammt aus dem 6. Jahrhundert.

Nach unserem kleinen Rundgang sind wir nun aber wieder an der Burg von Beja angekommen, wo der Eingang inzwischen auch geschlossen ist. Die weiße Kirche daneben ist die Sé de Beja, die Kathedrale von Beja.  Wir werfen einen letzten Blick auf den jetzt hübsch ins rechte Licht gesetzten Torre de Menagem und steigen wieder ins Auto. Ohne die Sonne merkt man sofort, dass eigentlich noch Winter ist und mein Mann friert in seien kurzen Hosen allmählich doch etwas.

Bei unserer Fahrt durch die engen Gassen hinaus aus der Stadt muss ich aber doch noch einmal kurz aus dem Auto hechten, als ich den römischen Bogen in der Travessa da Funda erblicke. 

Auch wenn wir bei unserem Blitzbesuch nicht alle Sehenswürdigkeiten von Beja gesehen haben, so haben wir dennoch ein paar Highlights mitnehmen und den Charme der Stadt aufnehmen können. Hier kann man problemlos mehr als 1-2 Stunden verbringen, auch wenn es in Beja eher provinziell zugeht und keine spektakulären Aktivitäten zu erwarten sind.

Abstecher nach Cuba

Wir sind noch so mit unserem Eindruck von Beja beschäftigt, dass wir glatt vergessen, zu tanken.  Erst nach etwa 15 km auf der gut ausgebauten Landstraße bemerken wir es, denn das Reservelicht springt an. Da wir mit einem Mietwagen im Alentejo unterwegs sind, den wir nicht genau einschätzen können, versetzt uns das in leichte Sorge. Eine schnelle Google-Suche verrät uns, dass sich 2 Galp-Tankstellen in der Umgebung befinden, allerdings keine näher als 15 km. Wir haben die Wahl entweder 25 Kilometer Richtung Évora oder 15 km zurückzufahren. Wir entscheiden uns für Variante 2 und biegen auf eine finstere Seitenstraße ab. War das die richtige Entscheidung?

Die 15 Kilometer fühlen sich an wie 150. Uns ist beiden ziemlich mulmig und ich hypnotisiere das Navi durch exzessives Anstarren. Schließlich die Erlösung: Die Lichter von Cuba tauchen vor uns auf und damit auch die ersehnte Galp-Tankstelle. Nachdem wir vollgetankt haben, können wir auch wieder lachen. Hey, wie oft kann man schon von sich behaupten, mal schnell nach Cuba zum tanken gefahren zu sein?  Mein Entdeckerdrang ist nun zurück und wir beschließen, nicht zur Hauptstraße zurück zu fahren, sondern über die alte Straße nach Évora weiterzufahren. Ist doch langweilig, einen Weg zweimal zu fahren, wenn man einen anderen nehmen kann!

Ohne größere Zwischenfälle erreichen wir gegen 20:30 Uhr dann endlich Évora. Die Fahrt über die Schleichwege war doch ziemlich holprig und sehr dunkel. Dafür können wir den Sternenhimmel im Alentejo ganz ohne Lichtverschmutzung genießen. Für Fotos sind wir leider nicht richtig ausgerüstet, denn ich habe mein Stativ zu Hause vergessen. (Ja, ich ärgere mich bis heute.) Aber sehen wir es positiv, wir wären sonst noch später in Évora angekommen.

Évora - geschichtsträchtige Schönheit

In Évora, der Provinzhauptstadt des Alentejo, haben wir unsere erste Übernachtung gebucht. Das 4-Sterne-Hotel The Noble House* gibt es erst seit Sommer 2017, das Gebäude, in dem es untergebracht ist, geht allerdings  - wie vieles in der Stadt - auf römische Zeiten zurück. Die Mischung aus modernem Komfort und altertümlichen Elementen geht voll auf. Unser Zimmer ist gemütlich warm (keine Selbstverständlichkeit im Winter in Portugal) und hat alles, was wir so brauchen. Auch die Lage ist klasse, wir befinden uns direkt in der Altstadt von Évora.

Einziges Problem ist das Parken. Da der Parkplatz vom Hotel bereits voll ist, müssen wir - dank Einbahnstraßen und Sackgassen - dreimal um den Block kurven bis wir schließlich etwas finden. Leider auch nur kostenpflichtig, dafür stehen wir direkt am Tempel der Diana - Évoras römischem Highlight. Mehr dazu später, denn jetzt wollen wir erst einmal zu Abend essen.  Die Dame am Hotelempfang hat uns zwei Tipps gegeben, die mehr zu einem gediegenen Paar in den 50ern gepasst hätte als zu uns, aber das scheint wohl die Zielgruppe des Hotels zu sein. Da wir beide keine Weintrinker sind, fällt die Enothek direkt weg und wir machen uns zu Tipp Nummer 2 auf. 

Es ist bitterkalt in Évoras Straßen und wir frieren richtig gut durch auf der Suche nach Nahrung, sodass wir einfach hineingehen, auch wenn uns die Speisekarte nicht vollends zusagt. Unterwegs haben wir ohnehin nichts anderes gesehen und die Rezeptionistin meinte, um 21 Uhr könnte es schwer sein, noch etwas offenes zu finden. Ernsthaft? In Portugal? An einem Freitagabend? Vielleicht liegt es an der Jahreszeit. Während wir auf unser Essen warten, lese ich, dass Évora für sein reges Nachtleben und seine vielen Studenten bekannt ist. Wir sehen uns verwundert um - draußen ist uns keine Seele begegnet, alles wirkte wie ausgestorben und hier drinnen sitzen nur Menschen, die deutlich älter als wir sind. Und auch wir gehen ja schon länger nicht mehr als Studis durch.

Wir kommen uns allerdings ein wenig wie ungezogene Kinder vor, als wir es wagen, hier Cola Zero statt Wein zu bestellen. Ja, ein bisschen Frevel ist es ja schon und ich kann den leicht pikierten Blick des Kellners verstehen. Der Alentejo ist schließlich inzwischen eine aufstrebende Weinregion Portugals. Früher hat man hier nur anspruchslose Weine für den lokalen Markt produziert und die Region hat hauptsächlich durch Kork mit dem Weingeschäft zu tun gehabt. Dank Unterstützung der EU werden heute zunehmend auch neue Weine hergestellt und exportiert. Nützt nur alles nichts, wenn man Wein einfach nicht mag. :D

Mein Mann probiert sich durch typische Spezialitäten des Alentejo und bestellt verschiedene Petiscos (die portugiesische Variante der Tapas). Mit dabei ist eine kalte Knoblauchwurst ohne "Hülle", die ihm nicht ganz so zusagt. Ich nehme Lammkoteletts, die hier allerdings etwas fettiger ausfallen. Insgesamt ist die Küche im Alentejo eher bäuerlich-deftig. Am Ende ist es mal wieder viel zu viel und wir ärgern uns ein wenig, als wir das Restaurant doch um einige Euro leichter verlassen. Auf dem Rückweg zum Hotel nehmen wir eine andere Abzweigung als zuvor und landen plötzlich sogar unter Menschen. Jungen Menschen! Dazu sehen wir mehrere Cafés und Bars mit günstigen Snacks. Mist! Wären wir mal diesen Weg gekommen! Aber Schwamm drüber. Gegen 22 Uhr fallen wir müde in unser Hotelbett.

Wie so oft im Urlaub wache ich extrem früh auf. Ich kann es einfach nicht abwarten, die Umgebung zu erkunden! Außerdem liebe ich es, vor Sonnenaufgang zu fotografieren. Ich melde mich also kurz bei meinem Mann ab und schleiche gegen halb 6 aus dem Hotel. Ein bisschen unheimlich ist es am Anfang schon, denn noch ist der Himmel pechschwarz. Ab und zu lässt der Wind die Blätter der Bäume flüstern und als ich über einen Platz gehe, heult ein Hund minutenlang in der Ferne den Vollmond an. Mein Ziel ist der Dianatempel, den ich in der blauen Stunde fotografieren will. Zum Glück bin ich so früh, denn so habe ich Zeit, einen geeigneten Ersatz für mein vergessenes Stativ (grrrrr) auszukundschaften. Optimal ist es nicht, aber ein Mäuerchen und eine Bank helfen mir etwas bei der Umsetzung.

Der Tempel hat eindeutig Potential, weshalb ich eine ganze Weile hier Fotos schieße. Hin und wieder taucht eine einzelne Gestalt auf, aber keiner interessiert sich für mich und meine sauteure Ausrüstung. Am Ende kommt sogar ein Polizeiwagen vorbeigefahren und schaut nach dem Rechten. Ich fühle mich also mehr als sicher und nehme mir Zeit für mehrere Objektivwechsel auf der Parkbank.

Ich muss definitiv noch einmal MIT Stativ nach Évora reisen! Nun zeichnet sich aber schon so langsam das Ende der blauen Stunde ab und es ist Zeit, weiterzuziehen. Ich wende dem Tempel nun den Rücken zu und schaue mich in dem hübschen kleinen Park um.  Von hier bieten sich ebenfalls interessante Perspektiven auf den Tempel, der gemeinsam mit Évoras Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.


Übrigens ist der Dianatempel von Évora der am besten erhaltene römische Tempel der ganzen Iberischen Halbinsel. 14 von insgesamt 18 korinthischen Säulen haben die Jahrhunderte bis heute überdauert. Kurios ist der Grund,  dem wir die außerordentliche Konservierung verdanken: Im Mittelalter mauerte man die Fläche zwischen den Säulen kurzerhand zu, um den "unnützen" Römertempel in etwas Praktisches umzuwandeln - zunächst in einen Turm der Festung von Évora und dann in einen Schlachthof! Bis ins 19. Jahrhundert waren die Säulen so aber auch gut geschützt, bis man sie dann neu entdeckte und wieder freilegte. 

Nun beginnt auch schon der Sonnenaufgang - leider von der "falschen" Seite. In den engen Gassen zwischen Tempel und der Kathedrale von Évora kann ich im Grunde nichts davon sehen, außer, dass der Himmel immer blasser wird. Erst als ich direkt vor dem Portal der Kathedrale stehe, erwische ich einen Hauch Morgenrot.

Überall sonst ist die Aussicht auf den Sonnenaufgang durch Häuserreihen versperrt. Ich denke vom Dach der Sé de Évora müsste man jetzt einen überwältigenden Blick haben. Leider ist die Kathedrale samt Museum aber erst ab 9 Uhr für Besucher geöffnet.

Da ich an den Öffnungszeiten weiter nichts ändern kann,  wende ich der Kathedrale erst mal den Rücken zu und gehe die Rua Cinco de Outubro hinunter. In dieser malerischen Gasse findest du garantiert ein schönes Souvenir, denn ein Keramik- bzw. Korkladen reiht sich an den anderen. Am frühen Morgen ist hier natürlich noch alles geschlossen, dafür aber auch menschenleer.

Die Rua Cinco de Outubro führt dich direkt von der Kathedrale zum Hauptplatz der Innenstadt, dem Praça do Giraldo. Ins Auge fällt  hier zunächst die Igreja de Santo Antão aus dem 16. Jahrhundert mit dem davorliegenden Marmorbrunnen. Aber auch die Arkaden der historischen Geschäftshäuser rundherum sind ein schöner Anblick. Im Sommer finden auf dem Platz übrigens viele Veranstaltungen statt.

Der längliche Platz bildet das Zentrum der Altstadt, ganze 5 Straßen gehen von ihm ab bzw. führen zu ihm. Genauso viele Wasserspeier besitzt im Übrigen der Brunnen vor der Kirche.

Ich gehe rechts an der Kirche vorbei und biege nach einer Weile in die Straße Travessa das Nunes ein. Hier kannst du toll sehen, wie der historische Aquädukt nach und nach zu Wohnhäusern umfunktioniert bzw. in die nachfolgende Architektur integriert wurde. Ursprünglich wurde das Aqueduto da Água de Prata 1537 natürlich erbaut, um Wasser in die Stadt zu bringen. Außerdem findest du in dieser Gegend auch viele kleine Geschäfte, die hübsche Kunsthandwerkgegenstände und Erinnerungsstücke verkaufen.

Mein kleiner Rundgang endet wieder am römischen Tempel, den ich der neuen Lichtsituation entsprechend noch einmal von der anderen Seite fotografiere. Auch nicht schlecht ...

Da die Sonne mittlerweile hoch am Himmel steht, beende ich meine morgendliche Exkursion. Bevor mein  Mann mich am Ende noch als vermisst meldet, mache ich mich auf zum Hotel, das sich zum Glück keine 5 Minuten Fußmarsch entfernt befindet.

Als ich unser Zimmer betrete, ist es von Sonne geflutet, die durch unsere Terrassentür strahlt. Ich nutze die Zeit, die mein Mann braucht, um sich fertig zu machen, und genieße die Aussicht von dem wirklich großzügigen Balkon. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt in Évora könnte ich mir gut vorstellen, hier eine Weile zu entspannen.

Obwohl für mich gefühlt schon der halbe Tag vorbei ist, sind wir die ersten im Frühstücksraum. Es gibt ein großes Angebot an frischen regionalen Produkten,  viel Obst, aber auch Herzhaftes sowie Kuchen und Mini-Pasteis-de-Nata.

Besonders schön finde ich im Frühstücksraum wieder die Mischung aus Alt und Neu. Teile der Wände sind mit Azulejo-Kacheln verziert, während das Deckengewölbe einen römischen Eindruck macht. Zusätzlich zum Buffet werden uns noch Brot und Crossaints an den Tisch gebracht.

Gut gestärkt kann es losgehen mit der weiteren Erkundung von Évora! Unser erstes gemeinsames Ziel ist die berühmte Knochenkapelle von Évora. Die Capela dos Ossos befindet sich im Kirchenkomplex Igreja de São Francisco. Wieder ist der Giraldo-Platz unser Orientierungspunkt. Dieses Mal wenden wir uns aber nach links Richtung Praça 1º de Maio. Die Kapelle ist aber auch ganz gut ausgeschildert, da sie zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Évora zählt.


Um in die Knochenkapelle zu gelangen, musst du dir eine Eintrittskarte rechts neben der Kirche São Francisco kaufen. Das Kombi-Ticket für die Capela dos Ossos, das Núcleo Museológico und die Colecção de Presépios kostet Erwachsene ab 25 Jahre 4 Euro. Wer jünger als 25 oder älter als 65 ist, zahlt 3 Euro (Stand 2018). Geöffnet ist der Komplex Convento de São Francisco von 9:00 bis 18:30 Uhr. Im Winter (Oktober bis Mai) schließt er eine Stunde früher.  Der ganze Komplex wurde übrigens erst kürzlich komplett renoviert - und das in der Rekordzeit von einem Jahr. 

Dementsprechend ist das Innere des Museums sehr modern. Der Eingang zur Skulpturen- und Gemäldeausstellung liegt hinter eine stylischen automatischen Glastür. An verschiedenen Stellen des mehrstöckigen Gebäudes findest du Fotos und Infotafeln zu den Renovierungsarbeiten, die sehr beeindruckend sind.


Ganz oben befindet sich dann noch eine etwas merkwürdige Krippensammlung, die dem Museum gestiftet wurde. In zwei engen Gängen, die zu einer Außenterrasse mit schönem Blick über die Stadt führen, findest du Darstellungen der Krippenszene aus verschiedenen Materialien - eine kurioser als die andere. Ich fand sie ... sagen wir mal "unterhaltsam".

Nun können wir es aber kaum mehr abwarten, die berüchtigte Knochenkapelle von Évora zu sehen! Also geht es wieder hinunter zur Eingangshalle und schnurstracks zur Kapelle. Da es noch vor 10 Uhr am morgen ist, sind wir die einzigen hier. Perfekt, um die Stimmung in Ruhe in sich auf zu nehmen! Schon der Spruch über dem Eingangsportal bleibt im Gedächtnis. Übersetzt lautet er: "Wir, die Knochen, die hier liegen, warten auf Eure".


Obwohl ich mir die Knochenkapelle in Évora größer und irgendwie düsterer vorgestellt habe, finde ich sie dennoch beeindruckend. Über 5.000 Knochen wurden für die Wände und Säulen der Kapelle im 16. Jahrhundert vom naheliegenden Friedhof hertransportiert und kunstvoll verbaut. Der Grund für diese morbide Idee: reine Not! Die Friedhöfe waren damals schlicht übervoll und mussten entlastet werden. Meiner Meinung nach haben sie hier eine sehr stilvolle letzte Ruhestätte erhalten.

Die kunstvoll bemalten Deckengewölbe sowie die mit Azulejos bestückten Zierborten bilden einen gelungenen Kontrast zu den aufgestapelten Schädeln und Gebeinen. Auch wenn die Kapelle der Knochen in Évora recht klein ist, so lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall!

Nachdem ich hier ausgiebig und völlig ungestört meine Bilder gemacht habe, besuchen wir noch die nebenan liegende Kirche São Francisco. Hier lohnt sich besonders ein Blick nach oben auf das gotische Kreuzrippengewölbe des einschiffigen Innenraums.


Nach so viel Kirche haben wir Lust auf Sonne und frische Luft. Da kommt uns der Jardim Público de Évora gerade recht. Er befindet sich nur wenige Meter von der Capela dos Ossos entfernt. Dabei kommen wir noch an einem kleinen Bauernmarkt vorbei.

Der öffentliche Park am südlichen Eingang zur Altstadt ist perfekt für einen entspannten Spaziergang im Grünen geeignet und bietet viele idyllische Sitzmöglichkeiten. Eröffnet wurde der Jardim Público de Évora in den 1860ern. Früher war er Teil von Dom Manuels königlichem Gemüsegarten. Zwischen Bäumen, Blumen und Hecken gibt es heute u.a. einen kleinen Teich mit Enten, einen Kiosk sowie Gebäude verschiedener Epochen zu entdecken.


Sehenswert ist vor allem der Palast D. Manuel aus dem 15. Jahrhundert, der zu den schönsten Bauten von Évora gehört. Er wird auch Paço Real de S. Francisco genannt. Besonders gefesselt haben mich aber die Ruínas Fingidas hinter dem Palácio de D. Manuel. Diese "Fake-Ruinen" wurden im 19. Jahrhundert aus verschiedenen Mauern anderer historischer Gebäude zusammengestellt. Daraus ergibt sich jedoch ein insgesamt sehr stimmungsvolles Bild, das von dort lebenden Pfauen perfekt ergänzt wird.

Ganz ehrlich, ich konnte mich gar nicht sattsehen an der Szene, wie die majestätischen Vögel mit ihrem prächtigen Federkleid auf dieser romantischen Ruine posieren. Während ich gefühlt hunderte von Fotos schieße und fast auf dem Boden umherrobbe, um die Tiere richtig einzufangen, macht mein Mann es sich auf einer der Bänke bequem.

Immer wieder kommen andere Besucher vorbei und ergötzen sich an dem Anblick. Auch eine sehr an den Vögeln interessierte Katze zieht ihre Kreise. Das alles beeindruckt die an den Trubel gewöhnten Pfaue scheinbar null. Einer sitzt wirklich perfekt positioniert auf einem Säulenbogen und putzt sich ausgiebig das bunte Gefieder.


Nach dem kleinen Ausflug ins Grüne wenden wir uns wieder den gepflasterten Straßen der historischen Altstadt zu. Von fast überall aus ist die alles überragende Sé de Évora, die Kathedrale von Évora zu sehen. Diese ist auch unser nächstes Ziel.

Die Sé Catedral de Évora dominiert nicht ohne Grund so stark das Stadtbild: Sie ist nämlich die größte Kathedrale  Portugals. Erbaut wurde sie ab 1186. Wir sind vor allem am Aufstieg auf das Dach interessiert, um die grandiose Aussicht zu genießen, nehmen aber trotzdem das Komplettpaket. Teuer ist es ohnehin nicht: Ein Kombi-Ticket für die Kathedrale, den Kreuzgang und den Panoramaausblick sowie das Museum (Catedral + Claustro + Vista panorâmica + Museu) kostet 4,50€. Wer sich für sakrale Kunst interessiert, ist im Museum gut bedient. 


Der Panoramaausblick ist meiner Meinung nach ein Muss. Wenn du keine Lust auf das Museum hast, kannst du für 3,50 Euro ein Ticket ohne Museumseintritt lösen.  Wir steigen als erstes über die richtig enge Wendeltreppe bis hinauf aufs Dach. Oben angekommen hast du wirklich einen sagenhaften Rundumblick auf Évora und die Umgebung. Außerdem steht hier eine Sonnenuhr.

Wenn dir hier oben nicht klar wird, dass Évora ein Open-Air-Museum der Extraklasse ist, dann weiß ich auch nicht. Spannend fand ich übrigens, dass die Gefahrenschilder überall neben Portugiesisch und Englisch ausgerechnet in Deutsch sind. Ob wir Deutschen uns hier als besonders waghalsig präsentiert haben? Auf jeden Fall solltest du wirklich aufpassen, wenn du dich hier über die Zinnen beugst. Es gibt keine weitere Sicherung.

Lass dich also nicht zu sehr von der Aussicht bezaubern, sonst machen du oder deine Kamera einen ziemlich steilen Abflug. Ein Fotohighlight, das von einigen Touristen aus Spanien für eine ausgedehnte Selfie-Session genutzt wird, ist der Dachfirst, der direkt auf einen der gewaltigen Türme zu läuft.


Die Kathedrale kannst du auf mehreren Ebenen bewundern.  Um ein Stockwerk tiefer auf den Rundgang zu gelangen, verschwinden die Besucher in einem der "Löcher" im Boden. Zumindest sehen die engen Eingänge zu den steinernen Wendeltreppen so aus, wenn man von oben hineinschaut. Augen auf also, wenn du dort herumschlenderst.

Der Kreuzgang, in dem sich einige Sarkophage befinden, ist ebenfalls ein beeindruckender Anblick. Vor allem ein Fenster begeistert mich. Das Sonnenlicht strahlt hier so intensiv durch, dass man zunächst denkt, eine gelbe Neonlampe würde für die Beleuchtung sorgen.

Im angeschlossenen Museum ist das Fotografieren komplett verboten, weshalb ich keine Bilder davon habe. Inzwischen tun uns auch schon ziemlich Füße und Rücken weh. Man merkt, dass man stundenlang über Kopfsteinpflaster und Steinböden gelaufen ist. Gegen Mittag setzen wir uns also ins Auto und sind froh, erst mal sitzen zu dürfen. Wir beschließen, zum Abschluss unseres City-Trips nach Évora hinaus zum Forte de Santo António da Piedade zu fahren.

Leider ist das Fort aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Also schießen wir nur ein kurzes Foto von der Festung und dem Aquädukt von Évora inmitten saftig grüner Wiesen.

(Zeit-)reise zum Cromlech von Almendres

Bevor wir Richtung Montemor-o-novo weiterreisen, wollen wir aber noch eine Sehenswürdigkeit bei Évora mitnehmen. Im Distrikt Évora gibt es nämliche einige Megalithen, die von der vorzeitlichen Besiedlung dort zeugen. Der Cromlech von Almendres ist nach einer etwa 30 minütigen Fahrt bzw. 18 km von Évora aus zu erreichen.


Nachdem wir das Stadtgebiet verlassen haben, wird es schnell sehr ländlich. Wir passieren etliche Korkeichen, die hübsche Schattenmuster auf den Weg zaubern und sehen von Kühen, Schafen oder Ziegen umlagerte Olivenbäume. Die letzten paar Kilometer führen über einen ruckeligen Pfad, der für Wanderer wesentlich besser geeignet ist als für Autos. Trotzdem sind wir nicht die einzigen auf dem Parkplatz. Zwei weitere Autos stehen schon hier. Völlig überfüllt also! ;)

Vom Parkplatz aus muss du die letzten paar Meter Staubweg dann zu Fuß zurücklegen, bis du zu einer großen Infotafel kommst. Diese informiert dich sowohl über den Chromlech von Almendres als auch die weiteren Megalithen in der Umgebung. Der Steinkreis hier ist nämlich nicht die einzige Fundstelle von Megalithbauwerken  rund um Évora.

Jetzt wollen wir den Steinkreis von Almendres aber endlich mit eigenen Augen sehen. Das Steinoval besteht aus 92 Menhiren (tonnenartigen Einzelsteinen), die in Form einer Acht aufgestellt sind. So ganz kann ich diese Form nicht nachvollziehen, zumindest die zweite Runde der Acht ist etwas verschoben. Die Anlage wird auf etwa 4000 bis 2800 vor Christus datiert. Kein Wunder also, dass im Laufe der Zeit etwas "Unordnung" hineingeraten ist. Als man sie in der Neuzeit entdeckte, waren die meisten Steine umgefallen. Die Rekonstruktion ist also für diesen etwas schiefen Eindruck verantwortlich. Eine Drohne wäre hier bestimmt Gold wert!


Wenn du dir die einzelnen Steine etwas genauer anschaust, kannst du auf einigen Verzierungen erkennen wie zum Beispiel Kreise (bzw. Augen) oder Zickzacklinien.  Die meisten wurden zudem von der Witterung mit der Zeit rundgeschliffen. In Portugal nennt man sie auch pedras talhas (Tonkrugsteine),  weil sie optisch an große Tonkrüge erinnern.

Der Cromlech von Almendres wird übrigens auch gern als Portugals Stonehenge bezeichnet. Nun, ich finde letztlich kann man die beiden Gebilde nicht so ganz vergleichen, jedes ist für sich einzigartig. Die portugiesische Variante ist allerdings kostenfrei und auch deutlich weniger besucht. Nach diesem Abstecher in die Vergangenheit geht es für uns nun zurück in die Zukunft - nämlich auf unsere nächste Etappe.  Wie es weiter geht, liest du in Teil 2 unseres Roadtrips durch den Alentejo!


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