São Miguel: 5 Gründe für Urlaub auf den Azoren

Die Azoren sind eine Gruppe von 9 bewohnten und mehreren unbewohnten Inseln im Atlantik, die zu Portugal gehört. Die einzelnen Inseln liegen nicht so nah beieinander, wie du vielleicht denkst. Zudem sind Flug- und Fährverbindungen stark vom Wetter und der Saison abhängig. Insel-Hopping ist zwar verführerisch, bei einem Aufenthalt von nur einer Woche aber nicht sehr entspannend. Wir haben uns deshalb entschieden, lieber eine Insel besonders ausführlich zu erkunden: São Miguel. Warum die größte Insel des Archipels die beste Wahl für die erste Reise auf die Azoren ist, zeige ich dir in diesem Artikel.

1 - Die INTENSITÄT der Natur

Die größte Insel der Azoren hat knapp 140.000 Einwohner auf etwa 750 km². Dementsprechend erwarten dich überwiegend dörflich geprägtes Leben und viel Natur. Wenn dir doch einmal nach Stadt ist, kannst du das in Ponta Delgada ausleben. Ansonsten: Viel Spaß bei deinen Erkundungen auf São Miguel! Die östlich gelegene Hauptinsel vereint laut Reiseführer die Vorzüge der verschiedenen Eilande. Wir können zwar nicht für die anderen Inseln sprechen, haben aber die Natur hier als sehr vielfältig empfunden. Es dominieren dabei zwei Farben: Grün und Blau.

Das bekannteste Bild von São Miguel ist sicher der Blick vom beliebten Aussichtspunkt Vista do Rei auf Sete Cidades und die beiden Kraterseen Lagoa Azul (blauer See) und Lagoa Verde (Grüner See). Oft liegt eine dicke Wolkendecke darüber, aber sobald sich ein Sonnenstrahl hindurchkämpft erstrahlt die Szenerie in einer einzigartigen Farbintensität. Mir persönlich hat der Ausblick vom Miradouro Grota do Inferno noch ein bisschen besser gefallen, auch wenn wir leider nie das Glück hatten, die Seen komplett ohne Wolken betrachten zu dürfen. Am Vista do Rei ist es doch ziemlich voll, auch wenn insgesamt auf den Azoren nicht viel los ist im Vergleich zu anderen europäischen Reisezielen.

Vulkankrater mit Seen, sanfte Hügel und grüne Kegel prägen vor allem den Westen der Insel. Selbst im November können wir uns noch an den blauen und rosafarbenen Hortensien erfreuen, im Frühjahr muss die Blumenpracht noch um ein Vielfaches beeindruckender sein.

Wenn du aufmerksam bist, entdeckst du inmitten scheinbar unberührter Natur immer wieder Reste von alten Aquädukten - über und über bewachsen, was dem Ganzen eine geheimnisvolle, mythische Aura verleiht. Fasziniert hat mich vor allem das orangenfarbene Moos, das ich immer wieder an diesen Schauplätzen entdeckt habe.

Im Osten kannst du eine Vielzahl von Wasserfällen und malerische Ruinen entdecken. Kaum eine Strecke ist auf São Miguel wirklich weit, allerdings können ein paar Kilometer auch mal etwas mehr Zeit brauchen, wenn du eine der alten Landstraßen nimmst, die sich kurvenreich von Dorf zu Dorf schlängelt. Eine Erfahrung, die ich unbedingt empfehle, auch wenn ich die Kurverei nach einer Woche dann wirklich satt hatte.

Aber auf São Miguel gibt es übrigens nicht nur fast an jeder Ecke wunderbar blühende Hortensien, sondern auch mehr Kühe als Einwohner. So verwundert es nicht, dass überall auf den saftig grünen Wiesen Wiederkäuer stehen und gemütlich mampfen. Wenn du abends bei Dämmerung auf die Felder schaust, siehst du mobile Melkstationen ihr Werk verrichten. Die meiste Milch wird für den Eigenbedarf der Insel verwendet und landet in der Käseproduktion.

Wie schon erwähnt, ist das Wetter recht wechselhaft, der Wetterbericht ist daher wenig aussagekräftig. Viel hilfreicher ist es, die Webcams zu verfolgen, die an den wichtigsten Orten von São Miguel aufgestellt sind. Meist hängen die Wolken im Inselinneren über den Bergen, während an den Küsten im Norden und Süden die Sonne scheint. Dank der Webcams konnten wir unseren Tag immer ganz gut planen, vor allem was die wolkenreichen Regionen anging. 

Die Küste auf São Miguel fällt meist steil hinab ins Meer, Sandstrände sind seltener und ebenfalls vulkanisch geprägt. Der Sand ist also braun bis schwarz. Einen hübschen Sandstrand zum Surfen und Relaxen findest du in Santa Barbara. Mir hat ansonsten der Praia dos Moinhos bei Porto Formoso am besten gefallen. Überhaupt hat es die Nordküste mir angetan. Oben zu sehen ist der Blick vom Miradouro Santa Iría.

Da es nicht so viele Sandstrände gibt, sind Naturschwimmbecken (piscinas naturais) sehr populär. Du findest sie an der Küste entweder als natürliche Bucht oder als künstlich angelegtes Becken direkt im Fels. Da Ende Oktober, Anfang November die Badesaison schon vorbei war, konnten wir meist dort nicht baden. Der Anblick des wilden Atlantiks ist aber so schon sehr eindrucksvoll wie unten zu sehen bei Nordeste.

Herrlich baden kannst du aber auch im Landesinneren, zum Beispiel in der Caldeira Velha, wo du dich ganz unvermittelt in einer Art Dschungellandschaft mit heißen Quellen wiederfindest. Mehr dazu unter Punkt 5.


Apropos heiße Quellen - kein Bericht über die Natur von São Miguel kann enden, ohne die Erwähnung der Fumarolen von Furnas. Die heißen Schwefelquellen blubbern und dampfen am Ufer des Lagoa das Furnas und auch im Ort selbst findest du sie wieder. Der Geruch ist ziemlich heftig, aber der Anblick einfach faszinierend. Auch an anderen Orten auf der Insel kann es passieren, dass du auf einmal siehst, wie es aus dem Boden dampft.


Egal ob Westen, Osten, Norden oder Süden: Überall fällt dir das saftige Grün der Vegetation ins Auge. São Miguel trägt deshalb auch den Beinamen Ilha Verde (grüne Insel). Kein Wunder, denn Schauer kommen auf den Azoren häufiger vor, ein paar Minuten später oder ein paar Schritte weiter stehst du dann aber meist schon wieder im Sonnenschein. Ich habe jedenfalls noch nie so viele Regenbögen gesehen!

2 - Rundwanderwege für jeden Geschmack

Ich bin nicht der klassische Wanderer, sondern es geht mir eher darum, durch Wanderungen Orte zu entdecken, die ich  sonst nicht sehen würde. Dementsprechend ist auch hier meine Kamera mit das wichtigste Accessoire. Das heißt auch, dass tagelanges Wandern eher nicht mein Ding ist, auch wenn ich es im Urlaub normal finde, viel zu laufen. Mir ist Abwechselung sehr wichtig und ich möchte mich zwischendurch auch gern mal nicht nur in "praktischen" Klamotten und Wanderschuhen aus dem Haus wagen können.


Umso schöner finde ich es, dass es auf São Miguel sehr abwechslungsreiche Touren gibt, viele davon als Rundwanderweg angelegt. Manche sind eher Spaziergänge, die man selbst nach einem anstrengenden Tagesprogramm einbauen kann, manche testen deine Grenzen. Ein Hauch Abenteuer kommt hinzu durch die Tatsache, dass man nie weiß, in welchem Zustand sich ein Weg befindet. Wir musste zum Beispiel bei einer Wanderung auf einmal durch einen kleinen Fluss waten, der den Weg überspült hatte. Auf einer anderen Tour war der halbe Pfad abgerutscht. Andere Wege hingegen waren so breit, dass viele mit ihren Autos an uns vorbeifuhren. Und nicht vergessen: Manche Straßen auf São Miguel, wie die Abfahrt zum Leuchtturm Farol da Ponta do Arnel, sind tatsächlich sicherer zu Fuß ...

Auf São Miguel wandern zu gehen, ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit allerdings nicht ohne. Kälte und Wärme empfindest du dadurch stärker. Man schwitzt also schnell selbst bei 20 Grad, weshalb atmungsaktive Kleidung sehr zu empfehlen ist. Da der nächste Schauer jederzeit kommen kann, sollte eine dünne Regenjacke greifbar sein. Am besten auch immer im Wanderrucksack: Badesachen! Auf vielen Wanderungen lassen sich Wasserfälle und Flüsse entdecken. In meiner Packliste für die Azoren findest du mehr Tipps, was du bei einem Urlaub auf São Miguel dabeihaben solltest.


Ein wenig der Atem weggeblieben ist mir bei der Tour rund um den Wasserfall Salto do Cabrito. Der Rundwanderweg führt über Wasserrohre und schmale Gitter, bei denen man lieber nicht nach unten sehen will. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt  ... Letztlich ist es egal, ob du lieber gemächlicher unterwegs bist und einen weiten Ausblick genießen willst, durch Wälder streifst oder auf abenteuerlichen Stegen und Brücken über Flüsse balancieren möchtest - auf São Miguel hast du von allem ein bisschen.

Mit am besten gefallen hat mir der Rundwanderweg in Faial da Terra, wo du im Dorf anfängst, dann in den dschungelartigen Wald eintauchst und an einem tollen Wasserfall namens Salto do Prego sogar schwimmen gehen kannst (okay es war sau kalt, aber hey für Ende Oktober nicht schlecht). Danach kannst du entweder einen zweiten Wasserfall erwandern oder die kürzere Strecke zurück ins Dorf nehmen.


Wir haben uns für Variante 2 entschieden, denn diese Route führt durch eine einst verlassene kleine Siedlung, die momentan im Wiederaufbau ist: Sanguinho. Hier ist schön zu sehen, wie die alten Häuser liebevoll restauriert werden und Katzen gab es auch jede Menge, die uns neugierig ein Stück begleiteten (was mir übrigens öfter auf São Miguel passierte).

3 - AcTion: Whale WATCHING & CANYonING

Auch diesen Urlaub wollte ich wieder dazu nutzen, mich selbst herauszufordern und etwas Neues zu probieren. Von Haus aus bin ich ein ziemlicher Schisser und keine wirkliche Sportskanone. Außerdem neige ich dazu, seekrank zu werden. Umso stolzer bin ich darauf, dass ich beide Aktivitäten mitgemacht habe und kann sie nur anderen Schissern empfehlen!

In den Gewässern der Azoren sind unzählige Wal- und Delfinarten zu finden - manche leben sogar das ganze Jahr über hier. Die Chancen, Wale zu sehen, sind im Frühling am größten, sagt man uns bei der Einweisung. Trotzdem ist es auch im Herbst nicht unmöglich. Erst zwei Tage bevor wir die Fahrt mit dem netten Team von Terra Azul  antreten, wurde ein einheimischer Sperm Whale sogar im Sprung beobachtet. Angebote für Whale Watching auf São Miguel gibt es - vor allem in Ponta Delgada - so einige. Da ich aber so viel Gutes über Terra Azul gehört habe, starten wir von Vila Franca do Campo


Nach einem spektakulären Sonnenaufgang fängt es pünktlich sofort an zu nieseln, sobald wir mit den anderen Teilnehmern im Schlauchboot sitzen. Aber kein Problem, wir sind ohnehin wetterfest eingepackt mit Regencapes, Handy und Kamera haben ebenfalls ein Plastikmützchen und der Kapitän legt den Schnellgang ein. Die rasante Fahrt über die Wellen gehört auf jeden Fall mit zum Erlebnis, denn das kleine Boot springt nur so über die See und entlockt den Fahrgästen immer wieder Jauchzer des Vergnügens. Wer den Mund dabei zu weit aufreißt (so wie ich), darf eine Ladung Meerwasser frühstücken.

An diesem Tag müssen wir ganz schön weit fahren, bis wir zum ersten Mal Glück haben und auf eine Delfinschule treffen. Inzwischen ist meine Hose klatschnass, aber das ist mir einfach nur egal beim Anblick der Tiere. Es hat eben etwas, diese Meeresbewohner ganz frei und unbekümmert im Wasser spielen zu sehen. Die Meeresbiologin an Bord erklärt uns, dass diese Delfinart besonders gerne spielt und springt.

Ja - und wie sie springen! Auch ich springe fast vor Freude aus dem Boot, als mir dieser Schuss von einem Delfin im Sprung gelingt. Im schaukelnden Schlauchboot gar nicht so einfach. Wir halten lange bei den Delfinen und bekommen ausreichend Zeit, sie zu beobachten, wie sie sich unter anderem einen Spaß daraus machen, unter uns hindurchzutauchen. Ich merke aber auch, wie viel besser mein Magen die Fahrt verträgt als das Schaukeln auf der Stelle. Zum Glück habe ich ein Kaugummi eingepackt, das mir hilft, die Übelkeit in Schach zu halten. Auf dem Weg zurück Richtung Vila Franca sehen wir noch eine weitere Delfinschule, dieses Mal sind es klassische "Flipper", die weniger aktiv sind. Wale sehen wir leider nicht, aber dennoch hat sich der Trip auf jeden Fall gelohnt.

Als kleines Extra fahren wir zum Schluss nur zu der kleinen Insel, die Vila Franca do Campo vorgelagert ist. Die Ilhéu de Vila Franca do Campo kann nur per Boot erreicht werden und das auch nur zu bestimmten Jahreszeiten, da es sich um ein Vogelschutzgebiet handelt. Im Winter gibt es keine Fähre dorthin, weshalb wir mit unserer Tour gleich zweifach Glück hatten. Allein die Felsformationen finde ich faszinierend.

 

Direkt am nächsten Tag geht es los zum nächsten Abenteuer: Canyoning mit Azores Adventure Islands steht auf dem Programm. Dazu fahren wir nach Nordeste zum Park Ribeira dos Caldeirões. Allein der hübsche Park mit zwei Wasserfällen und alten Wassermühlen ist einen Besuch wert. Als wir dort ankommen, wird außerdem gerade eine Telenovela auf dem Gelände gedreht.  Wir stapfen mitten durch den Dreh und ich komme mir dabei vor wie ein Alien mit Gummigliedmaßen. Es ist das erste Mal, dass ich einen Neoprenanzug trage und mein Körper fühlt sich gar nicht an wie meiner. Nach einem Gruppenfoto unter dem Wasserfall nehmen wir den regulären Wanderweg und gehen etwa 15 Minuten den Berg hinauf. Dann verlassen wir den Pfad und es geht ab ins Bachbett.

Da ich eine ewige Frostbeule bin, hatte ich an dem ohnehin kühlen, regnerischen Novembertag erst keine so rechte Lust, auch noch absichtlich in irgendwelche Bäche zu springen. Der Anzug war dann aber erstaunlich warm und durch die ständige Bewegung war mir eigentlich nie kalt. Los ging es mit einer natürlichen Rutsche, dann kam ein Sprung, der etwas Überwindung kostete. Das erste Abseilen war beim Zuschauen der Horror, als ich dann selbst an der Reihe war, passierte es: Ich fand es toll!


Unsere zwei Guides waren superlustig, sehr lieb und passten gut auf uns auf. So wurde ich dann auch wagemutiger und konnte das ganze Abenteuer echt genießen. Nach einigen Hindernissen mehr kam am Ende noch ein ziemlich krasser Sprung, der noch mal all meinen Mut erforderte, aber ich würde es wieder tun!

4 - Miradouros: Picknick mit Aussicht

Auf den Azoren findest du alle paar Kilometer sehr schön gestaltete Miradouros (Aussichtspunkte). Was auffällt: Auf São Miguel sind dies in der Regel nicht einfach nur kleine Parkbuchten oder Ausgucke, sondern komplette Picknickparks. Im Sommer muss hier ein wahrer Wettbewerb der Grillmeister herrschen, denn fast jeder Picknickplatz ist direkt mit mehreren Steingrills ausgestattet. Zu unserer Reisezeit sind sie verwaist, die Parks aber alle in top gepflegtem Zustand. Oft treffen wir bloß einen einsamen Angestellten, der fleißig fegt, harkt oder schnippelt und dabei freundlich grüßt. Umso ungestörter können wir die Aussicht genießen.

Wie schon erwähnt, hat es mir besonders die Nordküste zwischen Ribeira Quente und Capelas angetan. Die unterschiedlichen Felsformationen, das sanfte Grün der Wiesen und das strahlende Blau des Meeres kommen hier besonders schön zur Geltung.

Am Miradouro das Pedras Negras entdecken wir auch diese kleine "Elefantenherde" beim Trinken. Obwohl ich noch nie in Thailand war, erinnert mich diese Felsformation irgendwie daran.

Spielplatz für Fotojunkies: der Miradouro das Capelas. Hier ragt ein Boot schräg aus dem Fels und lässt es sich so anfühlen, als würdest du über das Wasser fliegen. Vor der erstreckt sich nur der Ozean, in deinem Rücken kämpft der lokale Fußballverein lautstark um den Sieg.

Der Lagoa do Fogo (Feuersee) versteckte sich so gut wie immer unter einer Wolkendecke. So war die Eile groß, als ich ihn eines Morgens in der Webcam auf einmal klar und deutlich erkennen konnte. Auf dem Weg zu diesem Kratersee mit Sandstrand gibt es mehrere Miradouros am Wegesrand, die wir alle mitgenommen haben. Am besten ist hier jedoch die Aussicht von einem nicht ausgewiesenen Punkt. Dazu parkst du ganz oben auf dem Gipfel und läufst die steile Straße an den Sendemasten vorbei hoch, bis du den See wieder im Blick hast.

Zwischen diesen beiden Bildern liegt vielleicht eine halbe Stunde, wenn es hochkommt. Wie du siehst, sind die Wolken auf São Miguel ziemlich fix unterwegs. Wir konnten zusehen, wie sie sich immer mehr über den Hügelkamm schoben und das Meer im Hintergrund innerhalb von wenigen Minuten verschleierten. Dieses Phänomen haben wir während unserer Reise nach São Miguel ziemlich oft beobachtet. Ich finde den Anblick der akkurat gezogenen Kraterränder, die durch Sonne und Schatten deutlich akzentuiert werden, das spiegelnde Wasser und die mystischen Nebelwolken einfach faszinierend.

Kein Miradouro im eigentlichen Sinn, aber direkt am berühmten Aussichtspunkt Vista do Rei gelegen ist die gruselige Hotelruine Monte Palace. Das in den 80ern erbaute Luxushotel steht seit fast 30 Jahren leer. Der Lost Place ist inzwischen zu einer Art "Abenteuerspielplatz für Erwachsene" geworden, sagt der Reiseführer, und das kann ich nur bestätigen. Als wir hineingehen, kommt uns ein Motocrossfahrer aus dem Gebäude entgegengeheizt. Drinnen treffen wir auf eine Gruppe Italiener, die mit Kamera ausgerüstet, Horrorfilme nachzuspielen scheinen. Jedenfalls hat jeder von ihnen ein anderes bekanntes Filmkostüm an. So gelingt mir auch der folgende Schnappschuss von "Jason"...


5 - ENTSPANNUNG in heißen quellen

Dank des vulkanischen Ursprungs kannst du auf São Miguel an vielen Stellen warme Bäder mitten in der Natur nehmen. Dies war auch ausschlaggebend für mich, außerhalb der Saison auf die Azoren zu fliegen. Ich wusste, dass mich kein verlängerter Sommerurlaub wie z. B. auf den Kanaren erwarten würde, aber dafür freute ich mich auf Relaxen in heißem Wasser inmitten einer grünen Natur. Es war die richtige Entscheidung!


Wunderschön im Wald gelegen ist die Caldeira Velha. Der Park drumherum ist sehr gepflegt, der Eintritt von 3 Euro absolut fair. Da wir vorher schon gesehen hatten, dass der Parkplatz trotz Nebensaison schnell überfüllt ist, haben wir unseren Besuch direkt morgens zur Öffnung geplant. So hatte ich das kleine warme Becken ganz für mich allein - zumindest für die ersten paar Minuten. Weiter oben gibt es noch ein weiteres heißes Bad, das allerdings bei unserem Besuch geschlossen war. Stattdessen gingen wir zum Becken mit dem Wasserfall, das deutlich kühler, aber immer noch erträglich war. Hier mussten wir schon etwas warten, um ein Foto ohne andere Badegäste machen zu können, was zeigt, wie beliebt dieser Ort bei Einheimischen und Touristen ist. Wer Lust hat, kann hier auch eine längere Wanderung machen.

Ein nicht ganz so leicht zu erreichendes Badevergnügen liegt im Osten der Insel am Kap Ponta Ferraria. Über ein sehr steiles Sträßchen geht es - scheinbar am Ende der Welt - die Klippen hinunter. Unten befindet sich ein Parkplatz direkt auf den Felsen sowie ein kostenpflichtiges Thermalbad mit Pool. Wer daran vorbeigeht, kommt zu einer natürlichen Meeresbucht, die dank unterirdischer heißer Quellen das ganze Jahr über angenehme Temperaturen aufweist. Je weiter man drinnen bleibt, desto heißer ist es. Wegen der ab und zu hineinbrandenden Wellen gibt es Seile, an denen man sich festhalten kann. Wenn man also ein wenig die Temperatur regulieren will, hangelt man sich einfach vor oder zurück. Der Spaß ist komplett kostenlos. Wenn man keine Angst hat, die Heimfahrt im Dunkeln anzutreten, ist dies auch ein schöner Ort für den Sonnenuntergang.

An unserem letzten Tag waren wir so fertig, dass wir uns nicht zur geplanten Wanderung aufraffen konnten. Auch war es im November deutlich kühler geworden als noch im Oktober. Daher kam uns der Terra Nostra Park in Furnas gerade recht. Zuvor hatten wir nur von außen reingelugt, da er mit 8 Euro Eintritt doch etwas teuer erschien, ich bin aber sehr froh, dass wir uns dann doch dazu entschieden haben. Auf den ersten Blick wirkt das braune Wasser nicht so einladend, aber ein Bad darin ist wirklich himmlisch! Man sollte aber wirklich alte Badesachen und am besten auch dunkle Klamotten tragen, da das eisenhaltige Wasser stark färbt und nach einer schnellen Dusche bei den Umkleiden ist noch längst nicht alles ab. Wichtig ist außerdem, dass man seine Sachen regendicht verstaut. Unsere Rucksäcke lagen auf einer Bank in Sichtweite unter einem Regencape. Während wir badeten wechselten sich Sonnenschein und Regenschauer mehrfach ab - übrigens ein überraschend tolles Gefühl im heißen Wasser erfrischende Regentropfen abzubekommen.

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Kommentare: 13
  • #1

    Conntrip Team (Montag, 27 November 2017 08:00)

    Wunderschöne Fotos.
    Das Bild vom Delfin ist der Hit, bravo!

    Viele Grüße vom
    Conntrip.com Team

  • #2

    Susanne (Montag, 27 November 2017 08:55)

    Vielen Dank! :)

  • #3

    Ina (Donnerstag, 30 November 2017 14:10)

    Danke für den tollen Bericht und den wunderschönen Bildern. Man bekommt sofort Lust die Koffer zu packen. Ein Reiseziel mehr auf meiner Wunschliste!

    Lg aus Norwegen
    Ina

    www.mitkindimrucksack.de

  • #4

    Michelle (Donnerstag, 30 November 2017 14:34)

    Wahnsinn, diese Fotos sind so schön.
    Dieses Farbenspiel sieht unglaublich aus. Es muss richtig, richtig schön gewesen sein.
    Ich will auch irgendwann in Thermalquellen baden. Vielleicht komm ich ja auch mal nach
    Sao Miguel (verzeih mir die fehlende Tilde :D).
    Sehr schöner und ausführlicher Beitrag mit sehr, sehr schönen Bildern!


    Ganz liebe Grüße aus Singapur!
    Michelle <3
    gowhereyourhearttellsyoutogo.wordpress.com

  • #5

    Kai (Donnerstag, 30 November 2017 14:38)

    Was für Fotos, was für Erlebnisse!
    Danke!
    Wenn ein Urlaub auf den Azoren ansteht, dann werden wir garantiert ausführlich auf diesen Blog zurückgreifen! Und ein solcher Urlaub wird kommen, jetzt noch mehr...
    Na, uns hattest du schon mit dem Grund "Intensität der Natur"...

  • #6

    DieReiseEule (Donnerstag, 30 November 2017 15:05)

    Wow - ist das einzige, was mir dazu einfällt.

    Es grüßt
    DieReiseEule

  • #7

    Gudrun (Donnerstag, 30 November 2017 16:36)

    Ich bin fassungslos, so schöne Bilder! Machst Du eigentlich auch Bildbände? Es ist grandios, wie Du fotografierst!

  • #8

    Susanne (Donnerstag, 30 November 2017 17:00)

    Danke an euch alle für die lieben Kommentare! Ich freue mich sehr darüber �

  • #9

    Marlene (Donnerstag, 30 November 2017 17:27)

    Hey Susanne,

    danke für diesen absout gelungenen Beitrag. Wir hatten die Azoren auch mal in der Planung, sind aber wegen der Kosten dann doch nicht hingeflogen. Das tut mir nach deinem Bericht jetzt doch etwas Leid. Bravo auch zu den tollen Fotos. Hat mich gleich inspiriert, noch weiter bei dir zu schauen. Carvoeiro habe ich dabei entdeckt, da war ich auch schon und hab mich gleich zurück geträumt. Mach weiter so!

    Lieben Gruß Marlene

  • #10

    Roswitha (Donnerstag, 30 November 2017 22:16)

    Toller Bericht, die Azoren fehlen mir noch, obwohl ich in der Richtung schon einiges kenne. Aber man muss ja noch was für die Zukunft haben.

  • #11

    Wolfgang (Sonntag, 17 Dezember 2017 22:41)

    Ganz schön vielseitig, diese Azoren! Und ganz tolle Fotos, die machen gleich Lust auf die Inseln ... �

  • #12

    Susanne (Montag, 18 Dezember 2017 08:06)

    Hi Wolfgang,

    vielen Dank! Ja, vielseitig stimmt, denn ich war ja nur auf einer der 9 Inseln und es war schon total abwechslungsreich. :)

    LG
    Susanne

  • #13

    Clarissa (Mittwoch, 14 März 2018 11:50)

    Bei deinen Fotografien stockt einem ja fast der Atem. So wundervoll. Die Azoren begeistern mich schon eine ganze Weile und jetzt bin ich mir ganz sicher: eine Reise dorthin sollte ich nicht mehr allzu lang aufschieben.

    Vielen vielen lieben Dank für diese wundervollen Impressionen.

    Ich schaue gerne noch weiter in deinem Blog.

    Liebe Grüße, Clarissa | Charming Landscapes