Porto: Königin des Nordens

Porto und Lissabon pflegen eine liebevolle Rivalität, etwa wie Köln und Düsseldorf oder Wiesbaden und Mainz. Auch unter Touristen gibt es oft das Porto-Lager und das Lissabon-Lager. Ich sage: Warum entscheiden? Beide Städte haben ihren ganz eigenen Reiz! Porto ist durch die Lage im Norden zwar nicht ganz so sonnenverwöhnt wie Portugals Hauptstadt, aber die schmalen, hohen Gassen der Altstadt haben dafür ein ganz besonderes, geradezu mystisches Flair. Trotzdem ist es in Porto weder düster noch einsam, wie z. B: ein Bummel am Ufer des Douro  schnell zeigt. Komm mit mir in den vielseitigen Norden Portugals und entdecke den Zauber von Porto!

Anreise nach Porto

Porto hat einen eigenen Flughafen, der Aeroporto Francisco Sá Carneiro liegt etwa 11 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums. Besorge dir auf jeden Fall einen Fensterplatz, wenn du bei Tag nach Porto fliegst. Vom Flieger aus hast du eine geniale Aussicht auf die Stadt, den Douro und die schönen Brücken von Porto. Wenn es beim Hinflug nicht klappt, merk es dir unbedingt für den Rückflug!

Am einfachsten kommst du vom Flughafen mit der Metro nach Porto hinein. Du nimmst einfach die Linie E (Lila) Richtung Estádio do Dragão. Um in die Altstadt zu gelangen, kannst du an der Haltestelle Trindade in die gelbe Linie D Richtung Santo Ovídio umsteigen und zum Beispiel bis zur Prachtstraße Avenida dos Aliados (Haltestelle Aliados) oder zum wunderschön gekachelten Bahnhof São Bento (São Bento) fahren. Von letzterer Station bietet sich auch ein schöner Spaziergang zur Ribeira, der Uferpromenade an.

Wenn du in Portugal unterwegs bist, weißt du vielleicht schon, dass Bus und Bahn fahren recht günstig und bei einem Städtetrip in Portugal oft die bessere Alternative zum Mietwagen ist. Städte wie Lissabon und Porto sind mit ihren engen Altstadtgasse, mehrspurigen Kreisverkehren und der "kreativen" Fahrweise der sonst so gemächlichen Portugiesen mit dem Auto alles andere als entspannend. Parkplätze sind ebenfalls Mangelware. Mit den Öffentlichen hast du damit keinen Stress. Übrigens gibt es auch in Porto süße Elektro-Trams mit denen du dich auf nostalgische Weise durch die Stadt bewegst.

Ein Busticket von Lissabon nach Porto kostet gerade einmal 19 Euro mit RENEX, die Fahrt dauert etwa 3 1/2 Stunden. Auch von der Algarve kommst du mit dem Bus problemlos nach Porto. Für die circa 600 Kilometer brauchst du zwischen 7 und 8 Stunden, zum Beispiel von Albufeira, Portimão oder Lagos. Kostenpunkt: um die 30 Euro, einmal umsteigen inklusive. Da die Strecke sich doch etwas zieht, drängt sich ein Zwischenstopp in Lissabon geradezu auf. Alternativ setzt du dich in den Zug. Die Zugtickets von Lissabon nach Porto sind etwas teurer als die Busverbindung, dafür gibt es aber mehr Abfahrtsorte und -zeiten. Besuchst du Porto als Station auf einem Roadtrip durch Portugal, dann buche am besten eine Unterkunft etwas außerhalb und fahr mit der Metro ins Zentrum. Der Metro-Fahrplan ist dein bester Freund. Ansonsten empfehle ich, so viel wie möglich zu Fuß zu erkunden!

Hotels und Appartements in Porto

Porto hat eine große Bandbreite an Unterkünften aller Preisklassen zu bieten. Von rustikal-portugiesischen Pensionen mit viel dunklem verschnörkelten Holz mit Spitzendeckchen über moderne Hotels bis hin zur historischen Luxus-Pousada ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Ich persönlich habe ein Faible für den Mix aus Alt und Neu, traditionellen Elementen und modernem Komfort. Ein sehr schönes, in portugiesischem Retro-Chic eingerichtetes Appartement findest du in unmittelbarer Umgebung des Clérigos-Turms. Die Oporto Chic & Cozy Studio Apartments* verteilen sich auf verschiedene Gebäude in der Rua de Trás und der Rua Coelha Trindade. 

Wir haben in einem dieser stilvollen und super gemütlichen Vintage-Appartements Silvester 2015/16 verbracht und ich kann sie nur empfehlen. Gerade wenn du in der Nebensaison nach Porto reist, kann es schon mal wie aus Kübeln schütten und ganz schön abkühlen. Heizungen gehören nicht zum Standard in Portugal, deshalb solltest du bei der Buchung deiner Unterkunft in Portugal besonders auf dieses Detail in der Ausstattungsbeschreibung achten. Das Chic & Cozy hält, was der Name verspricht! Es war wunderbar mollig warm und in dem bequemen Bett haben wir sogar das Klopfen des Regens am Fenster genossen.

Und nein, ich wurde nicht bezahlt, um das hier zu schreiben. Ich bin einfach wahnsinnig begeistert von diesem Appartement und wäre gern länger geblieben. Leider hat das dann der Geldbeutel doch nicht mitgemacht. Günstiger - und schön schräg - ist das Hotel Miradouro* im Stadtteil Bonfim, das Zimmer mit Panoramafenstern im 10. und 12. Stock anbietet. Aber noch etwas macht diese Unterkunft in Porto zu etwas Besonderem: Die konsequent durchgezogene 60er-Jahre-Einrichtung mit Originaltapeten versetzt dich garantiert ins Staunen.

Schau dir unbedingt die Bar im obersten Stock an. Selbst wenn sie zu hat, ist sie einen Blick wert! Beim Frühstück genießt du ebenfalls eine tolle Panoramaaussicht auf Porto. Ich würde dir allerdings empfehlen, hier nur im Sommer zu buchen, denn die Zimmer sind nicht immer heizbar (unsere war jedenfalls nicht warm  zu kriegen) und bei Sturm merkt man, dass man in einem "Glashaus" sitzt. Auch wenn wir im Januar gefroren haben wie die Schneider, beide richtig fies erkältet waren und ein Sturm uns mächtig durchgerüttelt hat - das Hotel war ein Erlebnis, das wir nicht vergessen werden!

Wer auf ein ausgezeichnetes Frühstück Wert legt und einen tollen Service zu einem fairen Preis genießen möchte, dem möchte ich das InPatio Guest House*  ans Herz legen. Die kleine Pension liegt etwas versteckt, aber sehr zentral. Als wir im März 2018 hier abstiegen, hat man uns mehr als einen Extrawunsch erfüllt , angefangen beim durch uns verschuldeten späteren Check-in bis zum Frühstück eine Stunde vor der üblichen Zeit. Die Zimmer sind klein, aber sehr gemütlich und individuell mit typischen Elementen eingerichtet. Das Bad ist sehr modern mit Regendusche und hochwertigen Fair-Trade-Produkten ausgestattet.

6 HIghlights in Porto

So, du bist nun gut im Norden angekommen und hast eine schöne Unterkunft in Porto* nach deinem Geschmack gefunden. Was gibt es jetzt also hier zu entdecken? Welche von Portos Sehenswürdigkeiten gehören auf die Bucketlist und wo findest du die schönsten Aussichten der Stadt? Hier kommen meine persönlichen 6 Lieblingsorte und -aktivitäten in Porto!

1. Spaziergang durch Portos Altstadt bei Nacht

Die Kathedrale von Porto (Sé do Porto) thront über der historischen Altstadt und ist ein idealer Startpunkt für einen Spaziergang bis hinunter zum Nordufer. Nimm dir ausreichend Zeit, um die imposante Fassade und auch die seitliche Loggia dieser zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Bischofskirche zu bewundern. 

Natürlich ist das auch bei Tag eine gute Idee, nach Sonnenuntergang kommt aber die mystische Stimmung, die durch den Mix aus romanischem und gotischen Baustil erzeugt wird, noch besser zur Geltung. Auch der spätbarocke Schandpfahl, der auf dem Hauptplatz vor der Kathedrale steht, wirkt noch eindringlicher bei Nacht, wenn nur die Lichter der darunter liegenden Altstadt den Himmel färben.


Die steilen Gassen, die von hier hinunter zur Ribeira, dem Altstadtviertel am Nordufer des Douro, führen, sind perfekt für Entdecker und Fotofreaks. Dicht an dicht drängen sich die kleinen Häuschen an den Hang. Pass auf deine Füße auf, wenn du die ungleichen Stufen hinunter steigst, sie stammen größtenteils noch aus dem Mittelalter. Zu später Stunde triffst du hier kaum jemanden und kannst die Stimmung in Ruhe genießen. Nicht wundern, wenn du spätabends noch Kinder durch die Gassen flitzen siehst. Das ist in Portugal normal.


Nach einer Weile hörst du dann langsam Musik und fröhliche Stimmen von der mit Restaurants gesäumten Uferpromenade. Das Flussufer gehört - wie der restliche Teil der historischen Altstadt - ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Von der Promenade Cais de Ribeira hast du einen perfekten Blick auf die gegenüberliegende Stadt Vila Nova de Gaia. Hier fällt vor allem das prächtig beleuchtete Mosteiro da Serra do Pilar, ein Kloster aus dem 16. Jahrhundert, direkt ins Auge. Die einzigartige runde Bauweise und die prominente Lage auf dem Hügel von Gaia kommt im Dunkeln viel besser heraus als bei Tag. Auch die allseits beliebte Ponte Dom Luís I ist bei Nacht herrlich beleuchtet. Die Bogenbrücke, die an den Eiffelturm erinnert, ist wahrscheinlich das bekannteste Wahrzeichen Portos.

2. (K)ein GeheimtiPP: LIVRARIA LELLO & IRMãO

Seit bekannt wurde, dass J. K. Rowling  eine Zeit in Porto gelebt hat und sich angeblich in der Buchhandlung für ihre Harry-Potter-Reihe Inspiration holte, platzt die Livraria Lello & Irmão endgültig aus allen Nähten.  Zwar zählte das Jugendstilgebäude in der Rua das Carmelitas Nr. 144 schon vorher zu den schönsten Buchläden Europas, in den letzten Jahren wurde der Andrang jedoch so groß, dass seit 2015 Eintritt verlangt wird. Ein Ticket kostet 4 Euro und kann an einem Büdchen gegenüber gelöst werden. Wenn du drinnen etwas kaufst, wird der Eintritt damit verrechnet. Ich persönlich finde es absolut okay, dass der Zutritt nicht mehr gratis ist, denn schon mit ist es hier fast immer richtig voll - selbst im Winter!


Das ist natürlich schade, da man so die kunstvollen Schnitzereien und Verzierungen an Wänden und Decke sowie die imposante Holztreppe erst mal nur schwer genießen kann, wenn man sich kaum rühren kann. Ich selbst war 2010 und 2015 hier und der Unterschied war krass.  Trotzdem lohnt es sich, denn ja - diese kleine Buchhandlung, die seit 2013 unter Denkmalschutz steht, IST wunderschön und einzigartig!

Mein Tipp: Lass dir Zeit und warte bis der Schwung, mit dem du hereingekommen bist, geht. Kurz bevor ein neuer Schwall an Leuten reinstürmt, lassen sich dann schnell ein paar Bilder an der Treppe machen. Fotografiere außerdem einfach mal nach oben, statt rechts und links, um die fantastische Decke einzufangen. Auf der ersten Etage scheint es zudem auch leerer zu sein als unten, hier konnte ich sogar einen Sitzplatz ergattern. Am schlimmsten ist der Andrang wirklich rund um den Eingang und den Fuß der Treppe.


3. Brückentour: Porto - Gaia - Porto

Die Ponte Dom Luís sieht großartig aus, keine Frage. Dennoch solltest du es nicht verpassen, sie auch mindestens einmal, am besten aber zweimal zu Fuß zu überqueren - nämlich einmal auf der oberen und einmal auf der unteren Ebene. Dazu lässt du die Sé einfach rechts liegen und folgst der Avenida Vimara Peres entlang der alten Stadtmauer bis du zur Brücke gelangst.

Hier habe ich erst einmal gestaunt, wie grün es doch ist. Die Natur holt sich eben jeden Zentimeter zurück, den sie kriegen kann. Ähnliches gilt für die Grafitti-Künstler von Porto. Direkt an der Brücke findest du ein sehr gelungenes Exemplar für Street Art in Porto.  


Fotos von Porto von der Brücke zu schießen, ist natürlich Pflicht. Von hier wirkt die Stadt auf einmal komplett bunt, die Enge der hohen schmalen Gassen und die gotische Mystik ist kaum noch vorstellbar.

Wenn du am anderen Ufer angelangt bist, befindest du dich streng genommen nicht mehr in Porto, sondern in der Schwesternstadt Vila Nova de Gaia. Wirf auch einmal einen Blick zurück, um die Brücke aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine sehr schöne Aussicht bietet sich vom Jardim do Morro,  wo du auch die gleichnamige Metrostation findest.

Den Abstieg zum Cais de Gaia kannst du entweder zu Fuß unternehmen oder du fährst mit der Teleférico de Gaia, also der Seilbahn hinunter. Gerade bei etwas schmuddeligem Wetter, ist das eine schöne Möglichkeit, trockenen Fußes eine schöne Aussicht auf Porto, die Uferpromenade von Gaia und den Fluss zu erhalten. Eine Fahrt kostet 6 Euro, Kinder zahlen die Hälfte (Stand 2018).


Von der Promenade aus hast du nun einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegende Ribeira und weitere Teile von Portos Altstadt.

Ein schönes Fotomotiv sind auch die zahlreichen Rabelos, also die historischen Weintransportschiffe, die am Ufer vor Anker liegen. Die Ponte Dom Luís I darf natürlich auch nicht fehlen. Bring am besten etwas Zeit mit und gönne dir eine kleine Auszeit am Wasser.

Den Rückweg nach Porto trittst du dann über den unteren Übergang der Brücke an. Auch hier ergeben sich nun wieder völlig andere Perspektiven und Fotomöglichkeiten. Der gesamte Spaziergang von der Sé rüber nach Gaia mit Bummel an den Cais de Gaia und wieder zurück zur Sé ist etwa 5 km lang, wenn du die Seilbahn nutzt etwas weniger.

4. Rund um den Torre dos Clérigos

Der 76 Meter hohe Turm ist ein weiteres Wahrzeichen Portos. Wenn du 3 Euro zahlst, darfst du die 225 Stufen erklimmen und bekommst als Belohnung einen schönen Blick über die Altstadt. Rund um Rua Daniel Filipe, wo der Torre dos Clérigos steht, gibt es aber noch mehr zu entdecken. Das sind nicht immer nur bedeutende Sehenswürdigkeiten, sondern auch leicht schrullige Details wie alte Ladenschilder, die noch aus den Zeiten stammen, als Portugal eine bedeutende Kolonialmacht war.


Charakteristisch für Porto sind auch die hohen, schmalen Häuser mit Fensterrahmen aus Holz. Ein gewisser maroder Charme gehört dazu. Wenn du Urlaub in Porto machst, dann lass dich am besten einfach fallen, halte den Blick offen für die kleinen Dinge des Alltags. Bei uns war das zum Beispiel eine reizende kleine alte Dame, die im Nachbarhaus unseres Appartements an der Tür mit ihrem Hündchen "Wache" geschoben hat. Ich liebe außerdem den melancholischen, leicht verlotterten Charme, den viele Gebäude in Portugals Städten versprühen.

5. Individuell LIeblingssorte und -aussichten entdecken

Natürlich gibt es noch viel mehr Sehenswürdigkeiten in Porto, wie zum Beispiel den prunkvollen Palácio da Bolsa oder die Igreja da Nossa Senhora do Carmo das Carmelitas mit ihrer blau-weißen Azulejofassade. Bei Spaziergängen durch die Altstadt wird jeder aber seine eigenen, persönlichen und individuellen Highlights von Porto entdecken.


Für mich gehören zu den Sehenswürdigkeiten in Porto übrigens auch überraschend auftauchende Ausblicke, die sich in den schmalen, steilen  Gassen immer wieder auftun, sowie die Mischung aus farbenfroher Street Art und Verfall. Eine meiner liebsten Straßen, um die hübschen historischen Fassaden in Porto  bei einem Spaziergang zu entdecken, ist die Rua das Flores in der Nähe des Bahnhofs São Bento.

6. Ausflug zur Küste mit der Linie 1

Wie schon erwähnt, gibt es in Porto mehrere Tramlinien, die dich mit nostalgischem Flair durch die City befördern. Ich empfehle dir eine Fahrt mit der Linie 1, die dich von der historischen Altstadt zum kleinen Park Jardim do Passeio Alegre direkt am Meer bringt. Starthaltestelle ist "Infante", aber auch eine Station später an der  Igreja de São Francisco unterhalb des Palácio da Bolsa hast du meist noch gute Chancen, einen Platz zu finden, wenn du vorne in der Schlange stehst. Glücklicherweise kommt das Bähnchen alle 20 Minuten.

Die urige Tram mir ihrer dunkelbraunen Holzvertäfelung und den cognacfarbenen Sitzbänken aus Leder sieht echt edel aus. Wer aussteigen möchte, muss an einer Kordel ziehen. Allerdings steigt im Grunde kaum jemand aus, sondern es wird nur zusehends voller. Sieh also zu dass du dir einen Platz auf der linken Seite sicherst, dann hast du während der lustig-ruckelnden Fahrt einen schönen Blick auf den Fluss und schließlich die Mündung ins Meer.

Du siehst die ersten Wellenbrecher, von denen das Wasser meterhoch in den Himmel spritzt und dann kommt auch schon die Endhaltestelle "Passeio Alegre", was übersetzt so viel heißt wie "fröhlicher Spaziergang". Zeit auszusteigen und das in die Tat umzusetzen! Ein Spaziergang zum Farol de Felgueiras ist an manchen Tagen allerdings eine echte Mutprobe, dafür sieht es einfach spektakulär aus, wie die Gischt sich hier aufbäumt und den Leuchtturm zeitweise komplett verdeckt.

Wir konnten uns - so wie viele Einheimische - kaum losreißen. Man muss allerdings wirklich vorsichtig sein, denn sonst wird man schneller von den Wellen in den Ozean geschleudert als man gucken kann. Bis zum Leuchtturm konnten wir im Dezember nicht gehen. Das wäre viel zu gefährlich gewesen. Trotzdem sind wir auch ein bisschen nass geworden, aber Hauptsache, die Kamera hat's überlebt! Wendest du dich ab vom Leuchtturm und gehst ein paar Meter weiter, kommst du zum Praia do Carneiro. Der Strandabschnitt ist mit vielen vorgelagerten Felsen ein Paradies für tobende Wellen, Krabbenfischer und Kletterer. Ein Spazierweg führt direkt unten am Strand entlang, sodass du Portos Küste bequem erkunden kannst.

Im Sommer ist es hier gut besucht, bei unserem Winterurlaub in Porto begegnen uns nur vereinzelt andere Spaziergänger. Egal zu welcher Jahreszeit - ein entspannte Wanderung am Meer vom Leuchtturm bis zum Castelo do Queijo ist in jedem Fall eine schöne Sache. Die Strecke ist etwa  2 1/2 Kilometer lang und führt dich an verschiedenen Stränden vorbei. Zwischendurch kannst du dich in einem der Strandcafés erfrischen oder einen Snack zu dir nehmen, denn Seeluft macht ja bekanntlich hungrig.


Das Kastell, welches die Einwohner von Porto wegen seiner Form nur liebevoll Castelo do Queijo, übersetzt "Käseburg", nennen, trägt eigentlich den Namen Forte de São Francisco Xavier. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht auf den Ruinen einer älteren Anlage. Bei Sonnenschein tummeln sich bevorzugt Rentner auf den Steinen rund um die Festung und spielen Karten oder andere Spiele. Solche Grüppchen wirst du auch immer wieder an den Stränden sehen, an windschiefen Plastiktischen, auf Steinen und Mauern, wird gezockt, gelacht und diskutiert.

Täglich - außer montags - kannst du das Fort auch von innen besichtigen. Öffnungszeiten sind von 9 bis 17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr. Drinnen findest du zwar nichts Weltbewegendes, aber für gerade einmal 50 Cent genießt du eine schöne Aussicht von den Wehrtürmen und kannst ein kleines Museum besuchen. Also warum nicht!

Spezialitäten aus Porto

Natürlich will eine Reise nach Porto auch kulinarisch genossen werden. Die bekannteste Spezialität der Stadt bzw. Region ist natürlich der Portwein. Auf dem gegenüberliegenden Ufer der Ribeira, auf der Cais de Gaia findest du die Mehrzahl der Portweinkeller. Hier reiht sich eine große Marke an die nächste und du kannst bei vielen Führung inklusive Portwein-Tasting machen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich keinen Wein trinke, von daher kann ich dir hier keinen Geheimtipp verraten und ich war - Skandal - auch noch nie in einer Kellerei.

Viel lieber als trinken ist mir eben das Essen! Die Küche in Porto ist deftig, reichlich und eher nichts für Vegetarier. Auch über die Stadtgrenzen hinaus kennt man in Portugal das Francesinha, das Original kommt jedoch aus Porto. Diese Kalorienbombe aus Toast, Käse und gleich mehreren Fleischsorten wird in einer Biersoße serviert und macht garantiert den stärksten Mann satt. Meiner ist danach jedenfalls immer sehr glücklich, vor allem, wenn wir im Café Santiago waren. Ein weiteres traditionelles Gericht aus Porto ist Tripas a moda do Porto, ein Eintopf mit Kutteln, den ich zugegebenermaßen nie probiert habe. Du vielleicht?

Natürlich gibt es nicht nur gut bürgerliche Küche in Porto, sondern auch leichtere Küche aus aller Herren Länder. Meist zieht es mich aber dennoch eher zu den  portugiesischen Süßigkeiten und Kuchen. Diese genießt du stilecht in herrlichem Ambiente des Café Majestic auf Portos Shoppingmeile Rua Santa Catarina, das zu den schönsten Cafés Portugals gehört. Zugegebenermaßen ist es dadurch auch ziemlich touristisch und voll hier, aber prächtig ist die Belle- Époque-Einrichtung dennoch. Köstlichkeiten zum Mitnehmen findest du in Porto aber so ziemlich an jeder Ecke. Falls du genug von den eierlastigen, traditionellen Gebäckspezialitäten hast: Bei Spirito zum Beispiel gibt es herrlichen Rasberry-Cheesecake und andere Schweinereien. Wir haben unseren Kuchen gemütlich im Bett in unserem gemütlichen Appartement gegessen. Gibt es etwas Besseres?

Du brauchst ein paar Vitamine nach der Völlerei? Auf dem Mercado Bolhão, Portos bekanntestem Markt bekommst du frisches Obst und Gemüse in Hülle und Fülle, aber auch allerhand schöne und vergleichsweise günstige Souvenirs. Hier kann es auch schon einmal recht laut zugehen, wenn die Marktschreierinnen ihre Waren feilbieten, ich fand es aber eigentlich noch recht gesittet. Kein Vergleich zu einem Souk in Marokko natürlich. ;)


Die Verkaufsstände sind auf zwei Etagen in einem neoklassizistischen Gebäude untergebracht, das mittlerweile aber arg in die Jahre gekommen ist. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, vor allem wenn du ein bisschen Hunger mitbringst, denn es gibt natürlich auch ein paar Essensstände mit leckeren portugiesischen Snacks, die du hier ausprobieren kannst.

Fazit: Ein Citytrip nach Porto ist ein muss

Wenn du jetzt keine Lust bekommen hast, nach Porto zu reisen, dann weiß ich auch nicht, was mit dir los ist! ;P Hast du schon einmal einen Urlaub im Norden von Portugal gemacht und kennst Porto bereits? Dann verrate mir doch deine persönlichen Favoriten! Du planst deinen ersten Trip nach Porto noch? Gerne gebe ich dir noch weitere Tipps. Schreib mir einfach oder hinterlasse einen Kommentar!

Porto ist übrigens ein toller Ausgangspunkt, um den Norden Portugals weiter zu erkunden. Hübsche und geschichtsträchtige Orte wie Guimarães, Braga, Viana do Castelo und Ponte de Lima warten darauf, von dir entdeckt zu werden. Du stehst mehr auf Natur? Dann  lass dir Portugals einzigen Nationalpark Peneda-Gerês nicht entgehen! Perfekt für einen Tagesausflug von Porto aus ist eine Schiffstour durch das malerische Douro-Tal! Zahlreiche Weingüter liegen auf der Fahrt zwischen Porto und Pinhão. Kein Wunder, denn hier fährst du mitten durch eines der größten Weinanbaugebiete der Welt, das zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

 


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Kommentare: 5
  • #1

    Caro (Mittwoch, 17 Januar 2018 19:12)

    Huhu :)
    Das sieht ja schön aus!

    Wir waren gerade im Oktober in Porto und anfangs überhaupt nicht begeistert. Wahrscheinlich waren einfach die Erwartungen zu hoch, denn ich hatte so viele wunderschöne Fotos gesehen, mit denen die Realität aber irgendwie nicht mithalten konnte - außerdem sagen immer so viele, dass Porto noch viel besser als Lissabon sein soll. Und in Lissabon habe ich mich echt verliebt!

    Aber: Auch wenn es ein paar Tage gedauert hat... Irgendwann kam dann doch noch der Punkt, an dem uns Porto überzeugt hat. Warum? Keine Ahnung, die Stadt hat mit ihren vielen verwinkelten Gassen echt was. Nach der Eingewöhnungsphase kann ich jetzt also sagen, dass ich sicher gerne noch einmal wiederkomme - und dass ich einen Superkurztrip nicht empfehlen kann. Wer weiß, vielleicht braucht der ein oder andere Reisende ja auch etwas Zeit zum Warmwerden? ;)

    Schöne Grüße,
    Caro

  • #2

    Maike (Montag, 09 April 2018 10:02)

    Dein Fazit kann ich absolut nachvollziehen :) Ich war im Januar das erste Mal in Porto und habe mich sofort in die Stadt verliebt, was unter anderem an den bezaubernden Gassen in der Altstadt, den wunderschöne Kirchen und der vielen Street Art lag. Ich finde es aber auch immer toll, wenn eine Stadt am Wasser liegt. Das die Stadt so klein ist und man alles zu Fuß machen kann und man sogar zu Fuß zum Meer laufen kann, ist noch ein Pluspunkt. Das Sahnehäubchen war dann das Wetter. 5 Tage Sonnenschein! Im Jahr davor war ich in Lissabon und fand es ebenfalls toll, aber Porto hat mir noch ein bisschen besser gefallen.

  • #3

    Melanie (Samstag, 14 April 2018 13:37)

    Liebe Susanne,

    das ist ein ganz wunderbarer Bericht, der richtig Lust auf Porto macht. Ich war auch schon in Lissabon und Faro, habe aber über Porto noch nie nachgedacht. Du hast tolle Unterkünfte und Ausflugstipps für uns Leser raus gesucht. Gefällt mir alles sehr gut. Vielen Dank dafür. Ich komme ganz sicher wieder auf deinen Blog. Ganz tolle Bilder!

    Viele Grüße, Melli

  • #4

    Susanne (Samstag, 14 April 2018 13:43)

    Danke für die lieben Kommentare!! :)

  • #5

    Nessi (Freitag, 20 April 2018 11:21)

    Wooow!! Die Bilder sind der Hammer, bin ganz abgelenkt mich auf den Text zu konzentrieren. Nach Porto möchte ich demnächst auch mal, steht ganz weit oben auf meiner Reiseliste. Danke für die wunderschönen Tipps, die Altstadt sieht bei Nacht wunderschön aus.
    Liebe Grüße Nessi