Sandkasten für Erwachsene: Dune du Pilat

Ich bin normalerweise nicht der allergrößte Frankreich-Fan, aber die Dune du Pilat an der französischen Nordküste gehört zu meinen liebsten Plätzen in Europa. Mit einer Länge von fast 3 Kilometern, einer Breite von einem halben Kilometer und einem Nord-Süd-Verlauf von bis zu 110 Metern ist sie die größte Wanderdüne Europas. Ihre steil abfallenden Hänge sind der ideale Spielplatz für Groß und Klein, denn es macht einfach irre viel Spaß, sich in den Sand zu schmeißen und zu springen. Bei einem Gefälle von teilweise 40 Grad wird so ein Sprung ordentlich verlängert und es fühlt sich ein kleines bisschen wie fliegen an. Du kannst dir sicher denken, dass man hier auch großartige Fotos schießen kann! Also nichts wie los zur großen Düne!

Die Dune du Pilat, oft auch fälschlich Dune du Pyla geschrieben, liegt etwa 15 Kilometer vom Arcachon und 65 Kilometer von Bordeaux entfernt. Einen Trip zur großen Düne kannst du also perfekt mit einem Städtetrip oder einem kleinen Badeurlaub verbinden. Im direkten Umfeld der Düne findest du mehrere Campingplätze, auf denen teilweise auch kleine Hütten vermietet werden. Bei meinem letzten Besuch Ostern 2011 hatten wir uns in so ein Papphäuschen eingemietet. Es ist zwar teilweise etwas eng, aber durchaus gemütlich. Wir waren jedenfalls froh um ein festes Dach über dem Kopf, da es durchaus mal ganz schön schütten kann an der etwas raueren Nordküste Frankreichs.

Die Dune du Pilat wurde bereits in den 70ern zum Naturschutzgebiet erklärt, erst seit 2000 finden hier allerdings Untersuchungen statt. Heute schätzt man die Düne aufgrund der verschiedenen Schichten auf ein Alter von etwa 18.000 Jahren. Dabei verändert sich die Wanderdüne jedes Jahr.  Die Aussicht ist jedoch immer atemberaubend. Auf der einen Seite grüner Wald, auf der anderen das Meer, dazwischen Wüste. Kein Wunder, dass jährlich zwischen 1 bis 2 Millionen Touristen herkommen. Aber keine Sorge, die verteilen sich gut!

Am meisten los ist sicher bei der Treppe, die sich am "Haupteingang" der Düne befindet. Du findest sie, wenn du den kostenpflichtigen Hauptparkplatz am Kreisverkehr ansteuerst bzw. mit dem Bus bis zur Haltestelle Dune du Pliat fährst. Im Schatten der Bäume geht es vorbei an diversen Souvenirbüdchen und schon stehst du Auge in Auge den gewaltigen Sandmassen gegenüber, angesichts derer die Treppe wie eine kleine Spielzeugharke wirkt. Hier kann es sich schon mal ganz schön knubbeln, denn die meisten Besucher nehmen diesen Zugang, um die Düne zu erklimmen. Im Gänsemarsch geht es also die 150 bis 160 Stufen hinauf. Das ist vor allem im Sommer kein Zuckerschlecken, Ostern - mit dementsprechend kühlerem Wetter - fand ich es schon deutlich angenehmer.

Das Gute ist ja - die meisten Touris sind bequem. Nach der Treppe wird sich meist also nur kurz umgeschaut, man geht vielleicht die 100 Meter nach Süden, um den Ausblick auf die vorgelagerte Sandbank Banc d'Arguin noch mitzunehmen und das war's. Die wenigstens machen sich die Mühe, bis zum Meer hinabzusteigen oder gar eine Wanderung auf dem Dünenkamm zu unternehmen. Gerade Letzteres kann ich nur empfehlen! Also nimm dir ausreichend zu trinken mit und plan ruhig ein paar Stunden auf der Düne ein. Ich könnte mich hier oben allein schon wegen der Fotos stundenlang aufhalten. Mit etwas Glück entdeckst du auch den ein oder anderen Bewohner der Düne.

Unterschätze übrigens  nicht, wie anstrengend es ist, durch den Sand zu stapfen. Ein besseres Workout gibt es kaum. Das beste Licht hast du am frühem Morgen und am späten Nachmittag. In der Mittagssonne würde ich dir nicht empfehlen, dich auf der Düne zu verausgaben und auch fototechnisch ist es dann nicht so interessant. Morgens oder am Nachmittag macht es dann auch viel mehr Spaß, wie irre die Düne runterzurennen, wie das hier diese Schulklasse so schön gemacht hat ...

Den Abstieg zum Meer fand ich persönlich jetzt nicht so lohnend, da der Strand nicht besonders hübsch ist und meist auch ein ordentlicher Wind weht.  Die Aussieht vom Rücken der Düne ist aber fantastisch und es macht so viel Spaß, die Hänge hinunter zu springen, wieder hinauf zu krabbeln oder sich einfach im Sand zu wälzen und runterkugeln zu lassen. Da du nach nur wenigen Metern ziemlich für dich bist, brauchst du dich auch vor niemandem zu genieren, wenn du dein inneres Kind mal so richtig raus lässt im größten Wandersandkasten Europas. Lass dich einfach mal fallen!

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Kommentare: 3
  • #1

    Tamara (Freitag, 30 März 2018 17:28)

    Wow da muss ich auch hin! Wusste gar nicht, dass es in Frankreich so riesige Dünen gibt. Die Fotos sehen echt toll aus, besonders das mit der Eidechse. LG, Tamara von http://photoventure.net/

  • #2

    Josefine (Mittwoch, 11 April 2018 08:48)

    Wow, dass nenne ich mal Sandkasten �

  • #3

    Janina (Dienstag, 12 Juni 2018 12:35)

    wow, ein sehr toller Beitrag mit wunderschönen Fotos!