Klippenwanderung von Marinha nach Benagil

Die Klippenformationen des Barlavento (=Felsalgarve) sind immer wieder ein Hingucker. Auch nach über 30 Jahren freue ich mich jedes Mal, wenn ich sie wiedersehe. Ein paar besonders schöne Ausblicke findet ihr auf dieser Klippenwanderung, die ich zum ersten Mal als kleines Kind gemacht habe und seitdem fast jedes Jahr. Seit dem hat sich viel verändert, den die Küste ist durch Erosion nie gleichbleibend. Deshalb sollte man Warnschilder ernst nehmen und nicht zu nah an den Abgrund stehen - egal wie toll das Foto wäre (ja, das sage tatsächlich ich). Immer wieder stürzen Menschen ab, weil sie sich zu nah am Rand der Felsklippen aufhalten. Wir überlassen das mal lieber den Möwen und freuen uns über die schöne Aussicht, die wir auch aus "2. Reihe" haben.

Praia da Marinha

Startpunkt ist der Praia da Marinha, der im Sommer ziemlich überlaufen sein kann, in der Nebensaison aber herrlich ruhig ist. Im Sommer könnt ihr morgens früh noch Glück haben, dann sollten nur ein paar Camper mit ihren Wohnmobilen hier sein (ist eigentlich verboten, solange die Polizei nicht kommt, interessiert es aber niemanden). Oder ihr versucht es am hinteren Ende der zweiten oder dritte Bucht. Je weiter ihr lauft, desto leerer wird es meist. Die letzte der drei Buchten ist nur bei Ebbe wirklich gut zu erreichen. Passt auf, wenn ihr dort seid, dass ihr nicht beim Rückweg schwimmen müsst!

 

Aber wir wollen hier ja auch nicht an den Strand, zu dem eine lange, lange Treppe links am Parkplatz hinunterführt, sondern wenden uns nach rechts der Küstenlinie zu.

 

An den Picknicktischen aus Stein vorbei geht es nur ein paar Stufen hinunter und der erste Panoramaausblick bietet sich euch - bestimmt habt ihr ihn schon auf Postkarten oder im Netz gesehen, denn der Strand von Marinha ist einer der meist fotografierten und steht quasi für die Algarve. Live ist er natürlich viel toller! 

Auf den Klippen

Von hier aus folgt ihr nun dem Weg immer an der Küste entlang. Er führt euch fast von alleine nach Benagil. Klettern ist eigentlich nicht gefragt, vielleicht hier und da mal etwas vorsichtigeres Hinabsteigen. Festes Schuhwerk empfiehlt sich trotzdem, mit Flipflops tust du dir hier keinen Gefallen und stolpern kommt nicht so gut auf den Klippen. Und jetzt halte ich die Klappe und lasse Bilder sprechen ...

Auf dieser Strecke gibt es - wie du siehst - wirklich viel zu entdecken. Es lohnt sich, immer mal wieder innezuhalten und den Blick schweifen zu lassen. Wer Lust hat, kann sich auch einen kleinen Imbiss mitnehmen. Es finden sich immer wieder Felsformationen, die zu einem Picknick einladen. Bitte nehmt aber euren Müll wieder mit! Das ist leider in vielen südlichen Ländern nicht selbstverständlich und wir sollten nie aufhören, da Vorbild zu sein. Es geht nicht in meinen Kopf rein, wie man so schöne Natur durch seinen Abfall verschandeln kann. Aber Themawechsel ... wir genießen jetzt wieder die Aussicht ....

Benagil

In Benagil liegt die bekannteste Grotte der Algarve, weshalb hier einiges los ist. Der Strand selbst ist meiner Meinung nach nichts Dolles, er ist klein und laut, was in erster Linie eben an den vielen Grottentouren liegt, die hier starten oder vorbeiziehen. Er ist okay, um sich nach der Wanderung auszuruhen, eine Kleinigkeit im Kiosk zu trinken und auf seine Bootstour zu warten, wenn man die noch dranhängen will. Für mehr würde ich ihn nicht empfehlen.

Natürlich könnt ihr die Wanderung auch umgekehrt machen und in Benagil nach einer Grottentour zum Marinha-Strand aufbrechen. Dort ist es zwar ebenfalls nicht einsam im Sommer, aber erstens bin ich da schon sehr empfindlich und zweitens ist der Strand wesentlich größer und einfach traumhaft schön. Probiert es selbst aus und verschafft euch einen eigenen Eindruck! Taxen, die euch in Benagil oder Marinha abholen, bestellt ihr entweder vorher oder ihr sucht euch vorab ein paar Nummern von Taxiunternehmen raus, und ruft dann an, wenn ihr abgeholt werden wollt. Ich empfehle wirklich ein paar Telefonnummern, weil nicht immer jemand drangeht oder Zeit hat. Im Sommer kann es auch schon mal was dauern, aber hey, ihr seid am Strand während ihr wartet! Normalerweise sprechen die Taxifahrer englisch, so dass sie euch sagen können, wann sie ungefähr da sind.

Extra-Runde: Praia do Carvalho

Ihr steht in Benagil nach der Wanderung vom Marinha-Strand und seid noch nicht müde? Perfekt, abgesehen von der Grottenfahrt in Benagil könnt ihr natürlich noch weitere Wege einschlagen! Wir ihr schon gemerkt habt, liegt Benagil in der Senke einer ziemlich steilen Haarnadelkurve, umschlossen von zwei Felsmassiven. Von Marinha kommend seid ihr an der einen Seite heruntergeklettert, nun könnt ihr entweder an der anderen Seite wieder hochlaufen oder die Straße nehmen. Die steile Straße führt euch über den Landweg irgendwann nach Carvoeiro. Die Strecke zieht sich und ist nicht immer spannend. Ich empfehle euch daher, die gegenüberliegende Klippe hochzuwandern und einen Abstecher zum Praia do Carvalho zu machen. Ich nenne ihn auch den Piratenstrand, denn erstens musst du, um hinunter zum Strand zu kommen, durch eine in den Fels geschlagene Höhle laufen und zweitens gibt es noch einen zweiten coolen Pfad im Fels, wenn du unten ankommst. Die Felstreppen am Carvalho führen dich einmal an der Klippe entlang um die Ecke bis zu einer kleinen Höhle, um die sich Piratengeschichten ranken. Der Weg ist nichts für Menschen mit ausgeprägter Höhenangst, da er sehr, sehr schmal ist. Man kann aber tolle Bilder über dem Meer machen.

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